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	<title>2022 Hardangervidda Archive - 1zelt4beine.de</title>
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	<title>2022 Hardangervidda Archive - 1zelt4beine.de</title>
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		<title>Hardangervidda, Tag 16 bis 22</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Aug 2022 09:12:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2022 Hardangervidda]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tag 16, Wandertag 13 Um kurz nach fünf weckt mich der Wind. Es weht wieder ganz schön. Ach Wind, wir haben dich ehrlich gesagt nicht vermisst. Dafür gesellt sich auch die Sonne wieder dazu. Bis sieben Uhr versuchen wir noch, mehr schlecht als recht zu schlafen. Dann ist aufstehen angesagt. Wir haben es gestern Abend&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">
<h3 style="text-align: justify;">Tag 16, Wandertag 13</h3>
<p style="text-align: justify;">Um kurz nach fünf weckt mich der Wind. Es weht wieder ganz schön. Ach Wind, wir haben dich ehrlich gesagt nicht vermisst. Dafür gesellt sich auch die Sonne wieder dazu. Bis sieben Uhr versuchen wir noch, mehr schlecht als recht zu schlafen. Dann ist aufstehen angesagt.<br />
Wir haben es gestern Abend schon befürchtet und heute morgen haben wir die Gewissheit. Wir müssen irgendwo vom Weg abgekommen sein, denn in Norwegen sind wir eindeutig nicht mehr. Wir befinden uns jetzt in Schnakenland. Unser Zelt ist über Nacht zum angesagtesten Balz-Platz geworden. Die Mengen an Schnaken nehmen ungeahnte Größen an. Beim Schuhe anziehen schüttelt Stefan routinemäßig seine Schuhe aus und aus einem (!) Schuh fallen bereits mindestens 10 der Viecher. Ich wünschte, ich würde hier übertreiben, aber nein. Wir versuchen, möglichst viele der Tierchen vor und während des Zusammenpackens zu erwischen und in die Freiheit zu entlassen, aber es ist schlicht nicht möglich. Dann doch lieber schnell weiter.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06331.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1351" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06331-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06331-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06331-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06331-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06331-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06331-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06331.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Zur Abwechslung weht es heute immer mal wieder von hinten und überhaupt nicht von vorne. Da läuft es sich gleich viel leichter. Überhaupt läuft es heute richtig gut. Um viertel nach 9 sind wir schon unterwegs und die Kilometer fliegen nur so unter uns hinfort. Der Wanderweg ist streckenweise richtig gut markiert und dann wieder nicht zu erkennen. Es macht uns viel Spaß, immer wieder zu suchen oder einfach nach eigenem Empfinden zu laufen. Viel falsch machen können wir hier bei diesen guten Wetterbedingungen nicht.<br />
An einem Fluss suchen wir recht lange nach einer geeigneten Stelle zur Querung. Es liegen so viele Steine im Wasser, dass es einfach eine Möglichkeit geben muss, aber entweder gibt es doch eine zu große Lücke oder manche Steine unterhalb der Wasseroberfläche sind zu rutschig, als dass man auf ihnen vernünftigen Halt finden könnte. Es hilft alles nichts, die Barfußschuhe müssen ran. Damit ist der Fluss schnell bezwungen. Während wir das andere Ufer erreichen und uns unsere Wanderschuhe anziehen, kommt ein anderes Wanderpaar. Sie versuchen ebenso, eine passierbare Stelle zu finden, ohne nasse Füße zu bekommen. Irgendwann kapitulieren sie aber auch.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf dem weiteren Weg kommen wir den Rentieren wieder ein Stück näher. Heute sehen wir einen Beinknochen samt Huf. Lebendiger werden die Tierspuren also irgendwie nicht.<br />
Der Weg führt uns heute wieder zurück nach Dyranut, aber nur die letzten drei Kilometer vor der Hütte doppeln sich. Die 17km davor sind landschaftlich wieder schön und abwechslungsreich.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06337.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1349" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06337-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06337-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06337-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06337-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06337-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06337-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06337.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06349.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1346" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06349-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06349-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06349-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06349-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06349-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06349-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06349.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Heute dürfen wir immer mal wieder durch sumpfige Abschnitte laufen. Das geht unmittelbar in die Beine, aber da die Passagen eher kurz sind, macht uns das nicht viel aus. Manchmal versinkt man bis zu den Knöcheln, andere Male erwartet man das und dann ist der Boden vergleichsweise fest. Besonders verrückt sind die normal aussehenden Stellen, die aber extrem viel Wasser unterhalb der Oberfläche haben. Da fühlt es sich an, als ob man auf einem Wasserbett laufen würde.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06348.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1347" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06348-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06348-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06348-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06348-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06348-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06348-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06348.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Auf einem Berg machen wir eine Pause. Danach ist mir für eine Weile etwas schlecht. Anscheinend war die Mischung aus Wasa-Sandwich, Maoam und gefüllten Schokoeiern doch ein bisschen zu wild. Aber es wird gegessen, was die Vorräte hergeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegen 13.30 Uhr können wir die Dyranuthütte schon sehen. Sie liegt auf dem gegenüberliegenden Berg und ist noch 5km entfernt. Die schaffen wir dann auch noch zügig. Während wir weiter gehen, mache ich ganz normal einen Schritt nach vorn und plötzlich fliegen vor mir bestimmt fünf Vögel und ein Rebhuhn (?) aus dem Gras auf. Ich habe sie vorher nichtmals erahnen können. Der Schreck war also auf beiden Seiten ähnlich groß. Ein weiteres Rebhuhn steht etwas verloren und überrascht auf dem Weg und scheint nicht so richtig zu wissen, was da gerade passiert ist. Dann entscheidet es sich von jetzt auf gleich, einfach drauflos zu rennen und verschwindet ein paar Meter weiter in den Sträuchern.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06342.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1348" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06342-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06342-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06342-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06342-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06342-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06342-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06342.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Heute haben wir übrigens ebenfalls immer wieder einen Blick auf den Hardangerjøkulen. Es wird stetig beeindruckender, sich ihm zu nähern. Bevor wir zur Hütte kommen, müssen wir natürlich erst noch von unserem Berg hinunter und den nächsten wieder hinauf. Im Tal befinden sich ein paar Häuschen, von denen aus sich alle abgehenden Wanderwege gabeln.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06352.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1345" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06352-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06352-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06352-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06352-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06352-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06352-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06352.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Als wir letzte Woche hier entlang wanderten, standen dort ein paar sehr neugierige Pferde. Jetzt ist noch eine kleine Herde Kühe hinzugekommen. Und der Wanderweg führt mitten durch. Das versuchen wir lieber nicht und laufen querfeldein drumherum. Bevor es an den nächsten Aufstieg und die letzten drei Kilometer geht, machen wir noch eine Pause.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06353.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1344" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06353-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06353-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06353-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06353-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06353-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06353-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06353.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Praktisch ist, dass wir der Straße und damit der Zivilisation so nahe sind, dass es hier schon wieder Internet gibt. Ein paar Sachen wollten wir nämlich noch nachsehen für die nächsten Tage. Für die letzte Nacht hatten wir überlegt, in Finse nochmal ins Hotel zu gehen. Die Recherche ergibt, dass die Option besteht. Allerdings ist unser letztes Hotel in Tyssedal tatsächlich quasi ein Schnäppchen gewesen im Vergleich zu dem aufgerufenen Preis von ca. 300 EUR hier. Nee danke. Dann doch lieber ins Zelt. Während der Pause essen wir nur ein bisschen Knäckebrot. Wir verfolgen nämlich den Plan, an der Hütte eine längere Pause einzulegen, damit der Blogartikel der letzten Woche veröffentlicht werden kann und dabei etwas zu essen. Und als wir dort ankommen, fällt unser Blick beim Betrachten der Speisekarte direkt auf den Burger mit Pommes. Wir überlegen nicht lange und bestellen das Gericht. Wohlgemerkt als Zwischensnack &#8211; nicht, dass hier jemand denkt, das würde unser Abendessen ersetzen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220730_160305.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1343" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220730_160305-1024x767.jpg" alt="" width="980" height="734" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220730_160305-1024x767.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220730_160305-300x225.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220730_160305-768x575.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220730_160305-1536x1151.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220730_160305-1320x989.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220730_160305.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Das Essen kommt und sieht super aus. Ich empfehle Stefan noch, die am Rand liegenden sauren Gurkenscheiben mit auf seinen Burger zu legen, aber Stefan lehnt ab: &#8222;Den kann ich nicht mehr aus der Hand legen&#8220;. Eventuell sind wir etwas hungrig. Nach dem Essen fühlen wir uns kurzzeitig gesättigt, aber nicht allzu voll. Gruselig. Insgesamt sitzen wir zwei Stunden in der Hütte, bis wir mit allem fertig sind. Inzwischen ist es 18 Uhr.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir sind erholt und laufen deshalb noch weiter. Bisher sind wir 20km gelaufen, aber da geht noch was. Schließlich wollen wir nicht in straßennähe zelten. Fünf Kilometer später, nach insgesamt 25,6km, finden wir einen passenden Platz mit direktem Blick auf den Gletscher. Room with a view, kann ich da nur sagen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06369.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1342" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06369-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06369-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06369-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06369-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06369-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06369-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06369.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Beim Zeltaufbau beeilen wir uns etwas mehr als sonst, da eine Schlechtwetterfront auf uns zurollt. Wir haben aber Glück und sie zieht letztlich doch vorbei. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist dennoch mau. Ehrlich gesagt sind wir aber bisher auch einfach verwöhnt. Der Hardangervidda eilt ansonsten ein miserabler Wetterruf voraus, so dass wir über die letzten Wochen wettertechnisch nur staunen können. Zum Kochen setzen wir uns also noch kurz raus. Heute gibt es Kartoffelpürree mit Hackbällchen. Die Fleischkomponente sieht aus und riecht wie Hundefutter, ist aber essbar. Mein Hunger ist nach dem Mittagssnack nicht ganz so groß, Stefan freut sich also über eine ordentliche Portion am Abend. So sind wir beide satt und müde vom langen, aber sehr schönen Tag. Trotzdem spielen wir noch eine Weile Karten. Ich verliere elendig, obwohl ich vier Joker auf der Hand habe. Eine Revanche muss her. Geschlafen wird dementsprechend spät.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Tag 17, Wandertag 14</h3>
<p style="text-align: justify;">Ich werde wieder um fünf Uhr wach. Diesmal vom Regen. Allmählich frage ich mich, ob das Wetter hier tatsächlich immer erst morgens gegen fünf Uhr laut wird, oder ob ich es dann erst richtig mitbekomme. Wahrscheinlich wird es die zweite Variante sein. Zuhause ist das auch die Uhrzeit, zu der ich häufig aufwache, auch wenn der Wecker da noch gar nicht klingelt.<br />
Das Frühstück reicht mir heute nicht so richtig. Da war das Abendessen wohl doch nicht genug. Ich lege also noch ein paar Haferflocken mit Rosinen nach und damit ist es deutlich besser. Wie gut, dass wir von beidem noch eine Reserve haben.<br />
Bei Regen ist unsere Startmotivation doch eher eingeschränkt und wir liegen noch lange im Zelt rum. Diesmal bringt das aber nicht viel, der Regen kommt immer wieder.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06374.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1341" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06374-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06374-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06374-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06374-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06374-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06374-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06374.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Also rein in die Regenkleidung und los. Die ersten Kilometer bis zur Kjeldebu-Hütte bestehen aus rutschigen Felsen und Schlammlöchern. Viel mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen. Heute weht kein Wind. Die Luftfeuchtigkeit ist aber hoch. Was passiert also? Richtig, Mücken. Gegen die Regenkleidung kommen sie nicht an, aber Kopf und Gesicht werden sofort als Ziel anvisiert.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06379.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1339" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06379-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06379-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06379-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06379-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06379-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06379-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06379.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Es ist drückend warm und ich will aus den Regensachen raus. Aber immer wieder fängt es an zu regnen. Zudem muss man bei jedem Schritt gut aufpassen. Und trotzdem rutsche ich insgesamt drei Mal aus. Es passiert nichts, außer dass ich vielleicht ein paar blaue Flecken sammle. Aber es geht mir tierisch auf die Nerven. Gar nicht gut für meine Stimmung.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06380.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1421" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06380-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06380-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06380-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06380-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06380-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06380-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06380.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Hinter der Hütte wird es aber besser. Die Wege sind nicht so massiv ausgetreten und der Regen verzieht sich. Also raus aus Regenjacke und -hose und rein in die Deet/Autanwolke. Jetzt machen die Mücken einen großen Bogen um mich. Äußerst angenehm. Wir verfolgen nun den Weg nach Rembesdalsseter.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06386.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1419" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06386-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06386-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06386-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06386-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06386-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06386-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06386.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06384.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1420" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06384-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06384-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06384-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06384-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06384-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06384-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06384.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Zuerst queren wir einen Fluss, der offensichtlich vom Gletscher gespeist wird. Das bläuliche Wasser ist da ein eindeutiges Zeichen. Der Leiro (Fluss) wird von einer Brücke überspannt. Bei den Wassermassen wäre eine Furt auch undenkbar.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06395.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1417" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06395-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06395-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06395-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06395-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06395-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06395-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06395.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Danach geht es zeitnah den Berg hinauf. Immer wieder zieht dichter Nebel auf, so dass wir nur erahnen können, wie die Umgebung aussieht. Gleichzeitig lässt sich auch nicht erkennen, wie weit wir den Berg hinauf müssen. Das ist einerseits gut, da der Anstieg wirklich lang ist, andererseits schlecht, weil man ständig denkt, man hätte es geschafft und dann taucht im Nebel eine neue, höhere Bergebene auf. Der Aufstieg ist bei den Wetterverhältnissen nicht ganz ohne. Hinauf geht es überwiegend direkt an der Kante entlang und durch erneuten und vorherigen Regen ist alles sehr rutschig. Das Thema zieht sich heute durch. Da es trotz Regen sehr warm ist, verzichte ich auf die Regenhose. Die Schauer sind eher kurz und da habe ich meine Hose schnell wieder trocken gelaufen. Kalt wird mir ohnehin nicht. Als wir einen Großteil des Anstiegs geschafft haben, ist es trocken und der Nebel verzieht sich sogar kurz. Das Panorama ist grandios und wir nutzen die Regenpause und die Aussicht für eine schnelle Stärkung.</p>
<figure id="attachment_1415" aria-describedby="caption-attachment-1415" style="width: 980px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06409.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-1415" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06409-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06409-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06409-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06409-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06409-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06409-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06409.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1415" class="wp-caption-text"><em>Aussicht ohne Nebel</em></figcaption></figure>
<figure id="attachment_1413" aria-describedby="caption-attachment-1413" style="width: 980px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06411.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-1413" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06411-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06411-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06411-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06411-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06411-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06411-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06411.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1413" class="wp-caption-text"><em>Aussicht mit Nebel (kurz darauf)</em></figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06410.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1414" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06410-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06410-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06410-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06410-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06410-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06410-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06410.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Danach geht es weiter den Berg hinauf. Der Weg ist nun aber weniger steil. Schnell kommen wir aber weiterhin nicht voran. Jeden Schritt mit Bedacht setzen kostet echt viel Zeit. Auf dem Bergrücken geht es dann aber doch schneller. Dafür nehmen die Sumpf- und Schlammpassagen wieder zu. Und auch der Nebel ist immer wieder da. Aber Nebel und Fjell geben zusammen auch immer eine tolle Kulisse ab. Da kann man einfach nichts gegen sagen!</p>
<figure id="attachment_1412" aria-describedby="caption-attachment-1412" style="width: 980px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06416.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1412 size-large" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06416-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06416-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06416-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06416-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06416-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06416-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06416.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1412" class="wp-caption-text"><em>Beispiel für vorhandene Restschneemengen</em></figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Irgendwann startet eine neue Regenschauer. Ich denke mir nichts dabei und lasse die Regenhose wieder im Rucksack. Diesmal ist es allerdings ein Fehler. Die Schauer ist keine Schauer sondern ein ausgewachsener Dauerregen. Ich bin ziemlich nass. Jetzt bringt die Regenhose auch nichts mehr. Zu allem Überfluss versinke ich dann auch noch in einem Matschloch. Da tastet man sich ein einziges Mal nicht mit den Trekkingstöcken vor und dann sowas! Zum Glück trifft es nur einen Fuß und zum Glück reagiere ich schnell und so sammelt sich nur ein bisschen Dreck am oberen Sockenrand. Die Hose ist sowieso total verschlammt, da macht das auch nichts mehr. Das einzig Gute an der Situation ist, dass ich in dem Moment meine Kamera laufen hatte und im Nachhinein sehen bzw. hören kann, dass ich nicht nur geflucht, sondern auch gelacht habe. Es ist halt nicht mein Tag, da muss man über so viele Pannen auch mal lachen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir haben unser Mindestziel von 15 Kilometern heute erreicht und beschließen, an Ort und Stelle das Zelt aufzubauen. Der Platz ist nicht gerade ideal, aber für den Sumpf um uns herum wohl noch die beste Lösung. Von unserer weiteren Umgebung können wir ohnehin nichts erkennen, also hat weitersuchen auch wenig Zweck. So schnell wie möglich bauen wir das Zelt auf und packen die Rucksäcke hinein. Die größte Herausforderung ist dabei, nicht das halbe Innenzelt unter Wasser zu setzen, da sowohl wir als auch die Rucksäcke dezent tropfen. Der Regen nimmt derweil zu und wir sind einfach froh, nun im Trockenen zu sitzen. Die nassen Klamotten werden im Zelt verteilt und teilweise aufgehangen. Dabei höre ich jedes Mal wieder die leise Stimme des Globetrotter-Verkäufers, der mir sagte, dass die Leine im Innenzelt wirklich nicht als Wäscheleine gedacht und zu nutzen sei. Aber der saß da ja auch nicht mit nassen Klamotten im norwegischen Fjell.<br />
Für die nächsten Tage ist ähnliches Wetter angesagt. Regen, Regen und Regen. Aber ganz ehrlich, so hätte es schon seit zwei Wochen sein können. Wir hatten bisher großes Glück und mit ein paar Tagen Regenwetter haben wir zumindest eine Einstimmung auf die Schlechtwetterphasen nächstes Jahr. Für heute sind wir einfach müde und freuen uns aufs Bett. Wir müssen nur noch die Matten so ausgerichtet bekommen, dass die Nacht ansatzweise erträglich wird…</p>
<h3 style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06426.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1410" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06426-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06426-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06426-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06426-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06426-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06426-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06426.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></h3>
<h3 style="text-align: justify;">Tag 18, Wandertag 15</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Nacht war nix. Einfach doof. Wir sind beide müde und gerädert. Außerdem sind noch alle Sachen von gestern klatschnass. Perfekte Aussichten für den Tag. Die Wettervorhersage prognostiziert für den ganzen Tag Dauerregen. Wundervoll. So haben wir uns das leider vorgestellt. Wir machen uns trotzdem fertig und beschließen, an der Rembesdalseter-Hütte eine längere Pause zu machen, um zwischendurch trocknen zu können. Die ist 13km entfernt und damit ein guter Zwischenstop. Hatten wir eine Ahnung&#8230; Die nassen Socken anzuziehen war schon nicht schön, dann die richtig nasse Hose anzuziehen war fies. Aber im Optimalfall kann ich die beim Wandern trocken tragen. Schnell in die nassen Schuhe rein und dann schleunigst losgehen, damit die Füße warm werden. Trotz nasser Kleidung klappt das nämlich wirklich gut. Frieren müssen wir nicht. Also zumindest nicht aufgrund der Kleidung. Der Wind, der über Nacht gekommen ist, ist dafür erbärmlich kalt.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06439.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1408" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06439-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06439-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06439-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06439-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06439-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06439-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06439.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Immerhin starten wir ohne Regen und können uns unsere Umgebung ansehen. Wirklich schön hier! Und das Zelt haben wir wirklich nicht allzu günstig mitten auf dem Berg aufgebaut. Aber woher sollten wir das wissen, so komplett ohne Sicht? Kurz nachdem die Füße warmgelaufen sind, kommt der erste Fluss. Und natürlich können wir da nicht mit den Schuhen durch. Grrrr.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06441.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1407" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06441-1024x683.jpg" alt="" width="980" height="654" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06441-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06441-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06441-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06441-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06441-1320x880.jpg 1320w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06441.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Also rein ins kalte Wasser, Wärme wird ja auch überbewertet. Der weitere Weg verläuft leicht steigend, entlang diverser Berghänge. Es ist richtig schön zu gehen und die Gegend ist beeindruckend. Nichts und niemand ist unterwegs und wir fühlen uns allein in der Wildnis.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06445.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1406" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06445.jpg" alt="" width="1366" height="2048" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06445.jpg 1366w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06445-200x300.jpg 200w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06445-683x1024.jpg 683w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06445-768x1151.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06445-1025x1536.jpg 1025w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06445-1320x1979.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1366px) 100vw, 1366px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Urplötzlich bleibt Stefan stehen und ruft laut &#8222;Ah&#8220;. Ich erschrecke mich total! Und was ist? &#8222;Da weit hinten können wir den Harteigen nochmal sehen! Ist das nicht verrückt?&#8220; Und ich dachte, es wäre etwas ernstes passiert. Huiuiui. Aber die Aussicht ist wirklich cool. Ganz schön weit gelaufen sind wir seitdem. Und da das Wetter regenfrei bleibt, haben wir weiterhin eine gute Sicht.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06449.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1405" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06449.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06449.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06449-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06449-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06449-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06449-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06449-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Wir machen eine Pause und Stefan ist der Meinung, Rentiere gesehen zu haben. Ich sehe nur Schafe und halte alles andere für eine Fatamorgana. 😉</p>
<p style="text-align: justify;">Nach der Pause geht es weiter. Über eine Brücke und dann durch den nächsten Fluss.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06451.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1404" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06451.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06451.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06451-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06451-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06451-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06451-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06451-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Der führt Gletscherwasser und die Furt wird leider lang, da es keinen direkten, geraden Weg gibt. Wir müssen einmal quer durch den Fluss, natürlich wieder mit nassen Füßen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06452.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1403" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06452.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06452.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06452-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06452-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06452-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06452-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06452-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die meisten Steine sind unter Wasser und da haben wir ohne Wanderschuhe einfach einen besseren Halt in den anderen Schuhen. Der erste Stein wackelt blöderweise so extrem und unerwartet in alle Richtungen, dass ich nur mit Glück den Absprung zum nächsten Stein schaffe. Stefan hat es gut. Der ist jetzt vorgewarnt. Ab der Hälfte der Furt fallen mir gefühlt die Füße ab. Ich erreiche die andere Seite und muss erstmal hin und her laufen und auf und ab hüpfen, um ansatzweise wieder ein Gefühl in den Füßen zu bekommen. Dann kann ich Socken und Schuhe wieder anziehen. Stefan ergeht es ebenso.</p>
<p style="text-align: justify;">Da das Wetter weiterhin perfekt ist, haben wir sogar einen tollen Blick auf den Eidfjord. Wunderschön!</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06460.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1401" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06460.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06460.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06460-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06460-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06460-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06460-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06460-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Kurz darauf kommen uns zwei Leute entgegen. Beide mit Sonnenbrille. Na wenn da mal kein Schnee auf uns wartet.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06454.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1402" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06454.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06454.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06454-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06454-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06454-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06454-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06454-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Bei einem besonders steil abfallenden Schneefeld beschließt Stefan, dass er es gar nicht erst mit Laufen versuchen will und rutscht einfach direkt runter. Ich versuche es zu Fuß und übe dabei quasi Skifahren ohne Skier. Aber ich halte mich auf den Beinen!</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06463.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1399" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06463.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06463.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06463-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06463-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06463-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06463-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06463-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Jetzt nähern wir uns immer weiter der Weggabelung zur Rembesdalseter-Hütte. Es gibt zwei Routen, die zu dieser Hütte führen. Die kürzere ist erst seit 2021 wieder begehbar, da vor Jahren eine Brücke weggespült worden war, ohne die der Gletscherfluss unpassierbar war. Der andere Weg ist 5km länger und führt nicht am Gletscher vorbei. Und den wollen wir natürlich aus nächster Nähe sehen. Wir haben die Vermutung, dass wir oben wieder einen Fluss furten müssen. Und tatsächlich sitzt da auch jemand, der die Schuhe ausgezogen hat. Da gucken wir gar nicht weiter nach Wegmarkierungen, sondern ziehen direkt die offensichtlichen Schlüsse. Die natürlich falsch sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Dabei unterhalten wir uns mit Jeromir aus Tschechien. Er kommt von Finse und kann uns viel zu dem vor uns liegenden Weg sagen. Er empfiehlt uns ganz klar, noch heute den Aufstieg hinter der Rembesdalseter-Hütte Richtung Finse zu machen, falls das Wetter morgen wieder schlecht wird. Das wäre ansonsten mitunter sehr schwer. Den Plan hatten wir ohnehin, also passt das gut. In der Ferne kann man die Hütte sogar schon erkennen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06481.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1396" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06481.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06481.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06481-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06481-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06481-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06481-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06481-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Er meint, dass wir gut eine Stunde brauchen würde. Ich habe große Zweifel an dieser Zeitangabe, aber der Tag ist noch lang, also macht das nichts. Wir erzählen Jeromir von unseren NPL-Plänen und er uns von seinem Traum, den Pacific Crest Trail (zum Teil) zu laufen. (Wir wünschen dir wirklich, dass das klappt!). Typisch für den PCT sind die Trail Angel, die sich um die Wanderer kümmern und auch an entlegenen Orten Getränke und Snacks bereitstellen &#8211; Trail Magic. Heute wird Jeromir unser Trail Angel. Er möchte etwas mit uns teilen und zückt eine 0,5l Flasche. Darin: Tschechischer Pflaumenbrand. Na zdravi! Und vielen Dank! Der 52 oder 54%ige Schnaps wärmt uns auf den kommenden Kilometern durchgängig. Auf einen zweiten haben wir (leider) verzichtet. So einfach ist der weitere Weg nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Zwischenzeit haben wir entdeckt, dass es einfach weiter den Berg hinab geht. Ohne auf die andere Seite wechseln zu müssen. Nur dass der Weg alles andere als einfach ist. Es geht über Geröll- und Schneefelder abenteuerlich den Berg hinab. Jede noch so kleine feuchte Stelle auf den Felsen ist spiegelglatt. Gestern hätten wir uns hier unter Garantie alle Knochen gebrochen. Und auch jetzt ist absolute Vorsicht angesagt. Dafür kommt der gegenüberliegende Gletscherausläufer immer mehr in Sicht. Wahnsinn!</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06483.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1395" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06483.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06483.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06483-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06483-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06483-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06483-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06483-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Stefan befindet sich im Fotorausch. Für Gletscher hat er eine ganz besondere Vorliebe.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06469.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1398" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06469.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06469.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06469-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06469-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06469-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06469-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06469-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06472.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1397" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06472.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06472.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06472-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06472-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06472-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06472-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06472-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Und dann passiert, was natürlich passieren musste. Ich rutsche doch noch aus. Ich liege in einem kleinen Rinnsal und bemerke, dass mir meine Hand ordentlich weh tut. Ein Blick darauf zeigt auch warum. Ich bin mit dem Handballen auf einer Steinkante gelandet und habe mir dort einen Schnitt zugezogen. So kommt das Erste Hilfe-Set dann doch mal zum Einsatz. Eigentlich ist der Schnitt total harmlos. Wäre ich zu Hause, würde ich da gar nichts dran machen. Aber hier brauche ich meine Hand, um weiter über die Felsen kraxeln zu können. Also gibt es nach der Reinigung und Desinfektion ein Pflaster. Und weil das an so einer blöden Stelle natürlich keine zwei Minuten halten würde, darf Stefan das Gelernte aus dem Erste Hilfe Kurs nun anwenden und verbindet meine Hand noch wunderhübsch.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06487.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1394" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06487.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06487.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06487-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06487-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06487-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06487-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06487-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Zumindest bis zum Abend hält die Konstruktion halbwegs und dann ist sie auch schon wieder überflüssig. Stefan schimpft trotzdem mit mir. Und dabei weiß er doch längst, dass ich motorisch echt eine Katastrophe bin. Ich lege es ja nicht drauf an, immer wieder zu fallen&#8230; Dieses Mal gibt es zum Kratzer übrigens wirklich einige blaue Flecken. Bisher kam ich immer ohne aus! Auf dem weiteren Weg gehe ich also noch deutlich vorsichtiger. Wir sind heilfroh, als wir endlich die neue Brücke über den Fluss erreichen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06492.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1393" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06492.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06492.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06492-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06492-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06492-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06492-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06492-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">In unseren Köpfen ist das gleichbedeutend mit dem Ende des anstrengenden Streckenstücks. Warum? Keine Ahnung. Danach geht es natürlich unverändert weiter. Besonders spannend ist, dass an zwei kleinen, aber extrem starken Flussarmen anscheinend mal Brücken vorhanden waren, jetzt aber nicht mehr da sind. Mit einem gewagten Sprung schafft man es auf die andere Seite, aber zu kurze Beine darf man da nicht haben. Der Weg zur Hütte zieht sich und so richtig will sie nicht näher kommen. Wir haben seit unserer ersten Pause nichts mehr gegessen und dementsprechend ausgehungert sind wir. (Und ja, das war auch dumm von uns). Irgendwann sind wir dann tatsächlich angekommen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06503.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1392" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06503.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06503.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06503-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06503-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06503-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06503-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06503-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Rein in die Hütte und zwei Wasa-Sandwichs und eine Packung Schokokekse kaufen und draußen sofort aufessen. Die Sonne scheint sogar und wir könnten hier noch lange sitzen und uns ausruhen. Verdient hätten wir das allemal, auch wenn die bisherige Distanz in Kilometern gezählt, eher ernüchternd ist (13km). Aber da wir nicht wissen, wie lang das Wetter noch hält, wollen wir den Aufstieg schnellstmöglich hinter uns bringen.</p>
<p style="text-align: justify;">300 Höhenmeter steil den Berg hinauf. Da hätten wir vielleicht besser noch drei Packungen Kekse gegessen. Zuerst geht es wieder kompliziert über Steine und Matsch an der Bergkante entlang steil hoch. Jeder Schritt muss erst gesucht und dann mit Bedacht gesetzt werden. Das können ja tolle 300 Höhenmeter werden&#8230; Dann kommt allerdings die Überraschung. Es folgt der einfachste Anstieg aller Zeiten. Bei gutem Wetter. Nachdem das beschwerliche Stück geschafft ist, geht es die restlichen gut 200 Höhenmeter nahezu glatt über Steinplatten auf nach oben. Der Weg geht ordentlich in die Beine, aber man kann einfach laufen, muss nicht suchen und nichtmals besonders gut gucken.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06506.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1353" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06506.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06506.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06506-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06506-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06506-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06506-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06506-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Und die Aussicht wird mit jedem gewonnenen Höhenmeter besser. Wir kommen gar nicht mehr aus unserer Begeisterung raus, so schön ist das!</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06509.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1354" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06509.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06509.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06509-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06509-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06509-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06509-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06509-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Bei Regen ist der Weg allerdings ein Albtraum und mitunter wahrscheinlich nicht zu passieren. Denn dann gibt es nur glatten, nassen Stein und keinerlei Halt irgendwo. Wie gut, dass wir das heute noch gemacht haben! Bald darauf finden wir unseren Zeltplatz vor einem kleinen See. Am gegenüberliegenden Ufer ist noch eine dicke Schneebank.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06515.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1355" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06515.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06515.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06515-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06515-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06515-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06515-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06515-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Da die Sonne immer noch scheint, Wolken aber aufziehen, Waschen wir noch schnell die Haare und essen sogar auch noch draußen. Für mich gibt es ein selbstgemachtes Gericht, für Stefan den gekauften Milchreis. Die Menge ist absolut übertrieben und selbst als ich noch ein bisschen zum Nachtisch davon esse, viel zu viel.<br />
Anschließend ist uns beiden schlecht. Das lassen wir nächstes Jahr lieber. Wir reden heute noch lange darüber, was für ein wahninniges Glück wir gehabt haben. Das Wetter war perfekt. Hätte die Vorhersage gestimmt, wären die Wege für uns kaum möglich gewesen. Auch jetzt waren die 16km tagesfüllend und extrem herausfordernd. Aber landschaftlich auch ein Traum. Das hätten wir definitiv nicht missen wollen. Und irgendwie macht es ja auch Spaß, gelegentlich schwierige Wege zu gehen, sofern die Umstände stimmen. Wir sind jedes Mal wieder dankbar für solche tollen Erfahrungen!</p>
<h3 style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06520.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1357" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06520.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06520.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06520-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06520-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06520-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06520-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06520-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></h3>
<h3 style="text-align: justify;">Tag 19, Wandertag 16</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Nacht ist absolut still. Kein Wind, kein Regen, kein Rauschen. Nur ab und zu das leise Klingeln einer Schafsglocke. Ist das herrlich! Trotzdem schlafe ich die halbe Nacht nicht, da mir irgendwie kalt ist. Komisch. Für heute ist wieder dauerhafter Regen angekündigt, aber nur leichter Wind. Immerhin. Allerdings haben die letzten Tage oder auch Wochen gezeigt, dass der Wetterbericht zu ungefähr 2% brauchbar ist, also lassen wir uns überraschen.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum Frühstück gibt es, was eine Überraschung, Milchreis. Begeisterung sieht anders aus, aber immerhin ist der nun endlich auf. Und da startet auch schon der Regen. Na da hat die Vorhersage wohl doch recht. Wir trödeln noch ein bisschen rum, sehen aber ein, dass das heute am Wetter nichts ändert und laufen um kurz vor 10 Uhr los.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06522.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1358" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06522.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06522.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06522-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06522-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06522-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06522-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06522-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Hui, das ist aber mehr als eine leichte Brise. Ganz schön windig. Hoffen wir mal, dass es zwischen den Bergen etwas ruhiger wird. Zunächst geht es wieder ordentlich hoch. Die Wege sind aber trotz Regen gut begehbar. Und auch die Schneefelder lassen nicht lang auf sich warten. Kritisch sind sie aber nicht. Nur diejenigen, die steil in riesige Seen führen, müssen besonders behutsam durchwandert werden. Die Seen sehen nämlich nicht nur kalt aus, sondern tragen auch noch vereinzelt große Eisschollen. Das sieht echt beeindruckend aus.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06524.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1359" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06524.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06524.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06524-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06524-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06524-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06524-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06524-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06526.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1360" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06526.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06526.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06526-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06526-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06526-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06526-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06526-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die Stimmung wird nur dadurch etwas getrübt, dass der Wind beständig zunimmt und ordentlich an Stärke gewinnt. Gerade die Böen haben es in sich, so dass wir uns zeitweise mehr in starker Schräglage als aufrecht gehend bewegen müssen. Die erste Pause hat Müsliriegel-Länge, da an der Stelle nicht ganz so viel Wind weht. Länger stehen bleiben geht trotzdem nicht. Es regnet ja schließlich auch noch.</p>
<p style="text-align: justify;">Jeromir hatte uns gestern von einer kaputten Brücke berichtet. Da dachten wir noch, dass es die direkt hinter der Hütte war. Nun sehen wir die deutlich durchhängendere Brücke. Nach Furten ist uns aber so gar nicht zumute und eigentlich sieht die Brücke auch so schlimm kaputt nicht aus. Solange man nicht auf das Mittelstück tritt, passt das schon. Und wir kommen unbeschadet rüber. Dann sehen wir allerdings, warum wir den Tipp bekommen haben, lieber durch den Fluss zu gehen. Von dieser Seite sieht die Brücke freundlich ausgedrückt schrottreif aus und nie im Leben wären wir auf die Idee gekommen, da auch nur einen Fuß drauf zu setzen. Gut, dass die andere Seite besser aussah und die Brücke uns noch gehalten hat.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06533.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1362" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06533.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06533.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06533-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06533-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06533-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06533-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06533-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Ich weiß, ich wiederhole mich, aber die Windstärke steigt weiter. Wie praktisch, dass da eine sehr hohe und ordentlich lange Hängebrücke auf uns wartet. Von unten sieht das Schwanken schon nicht schön aus. In solchen Momenten bin ich unheimlich froh, dass ich meine Höhenangst überwunden habe, sonst würde mich schon bei gutem Wetter nichts über eine solche Brücke kriegen. Jetzt macht mir die Höhe nichts mehr, aber schön ist das bei solchen Witterungsverhältnissen wirklich nicht. Wir befestigen unsere Stöcke an unseren Rucksäcken, denn hier ist Festhalten besonders wichtig. Ich gehe vor und warte oben erstmal die nächste Windböe ab. Dann schnell rüber und hoffen, dass der Wind nicht direkt wieder ausholt. Ich bin sehr erleichtert, als ich drüben bin. Stefan hat nicht ganz so viel Glück. Ihn erwischt auf der Brücke eine Böe. Immerhin ist sie nicht ganz so stark. Erstmal sind nun alle Brücken geschafft. Das ist uns auch lieber so. Dieser Wind&#8230; Das geht ganz schön auf die Kraft und schnell weiter kommen wir auch nicht. Landschaftlich ist die Strecke schon wieder unglaublich. Es wäre nur schöner, wenn man stehen bleiben könnte, ohne umgeweht zu werden. Das trübt die Ausblicke etwas.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06534.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1363" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06534.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06534.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06534-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06534-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06534-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06534-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06534-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Wir sehen immer mal wieder Gletscherausläufer und haben trotz Regen eine recht gute Sicht auf unsere Umgebung.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220806-DSC06535.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1352" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220806-DSC06535.jpg" alt="" width="1200" height="800" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220806-DSC06535.jpg 1200w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220806-DSC06535-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220806-DSC06535-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220806-DSC06535-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Zum Glück gibt es keinen Nebel. Sichtprobleme oder deutlich mehr Schnee scheint es hier aber häufiger zu geben, da neben den normalen Steinmarkierungen immer wieder große Stäbe den Weg zeigen. Da wollen wir aber hier lieber nicht unterwegs sein.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06536.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1365" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06536.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06536.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06536-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06536-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06536-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06536-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06536-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Wir stemmen uns weiter gehen den Wind, aber eine erneute Pause ist nötig. Hinter einem kleinen Steinwall suchen wir Zuflucht und können verschnaufen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das sind allmählich keine einzelnen Windböen mehr, sondern ein handfester Sturm, der sich hier zusammenbraut. In den 10 Minuten, die wir dort vielleicht pausieren, verschlimmert sich der Sturm extrem. Das nehmen wir allerdings erst wahr, als wir weiterlaufen. Die nächsten Meter kosten uns all unsere Kraft und Nerven, damit wir überhaupt noch einen Fuß vor den anderen setzen können. Wir stemmen uns so in den Wind, dass es ein Wunder ist, dass wir nicht liegen. Der Weg würde nun 100m höher über einen Berg führen. Weitergehen? Da hätten wir am Berg keine Chance. Wir laufen so schnell es möglich ist zu unserer Pausenstelle zurück und schlagen dort das Zelt auf. Der Platz ist miserabel und von Steinen gespickt, aber weder wollen wir eine Alternative suchen, noch hätte das bei dem Wetter irgendeinen Sinn. Zumindest schlägt der Wind nicht voll zu. Dass wir das Zelt mittlerweile blind aufstellen können, ist von Vorteil, denn so kriegen wir es auch bei dem Wetter gemeinsam geregelt, ohne dass uns das Zelt um die Ohren fliegt.</p>
<p style="text-align: justify;">Als das Zelt gerade steht, passiert uns eine Wandergruppe. Einer von ihnen erkundigt sich besorgt, ob bei uns alles in Ordnung ist. Es wäre schließlich sehr abenteuerlich, hier zu zelten. Ich habe das Gefühl, mich verhört zu haben. Es ist ja wohl tausendmal abenteutlicher, bei dem Wahnsinn da draußen weiter zu wandern. Wir erklären, dass wir den Sturm abwarten wollen, auch wenn es länger dauert. Nachdem wir versichert haben, dass wir auch mit Nahrung und Co. gut versorgt sind, zieht die Gruppe weiter. Trotzdem sehr freundlich, dass sie nachgefragt haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Die nächsten Stunden verbringen wir im Zelt. Mir ist wieder lausig kalt, so dass ich mich so tief wie möglich in meinen Schlafsack verkrieche. Das Zelt wird vom Wind durchgeschüttelt und gerüttelt, als gäbe es kein Morgen mehr. Es ist wahnsinnig laut.</p>
<div style="width: 980px;" class="wp-video"><video class="wp-video-shortcode" id="video-1215-1" width="980" height="551" preload="metadata" controls="controls"><source type="video/mp4" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220802_144519-1.mp4?_=1" /><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220802_144519-1.mp4">https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220802_144519-1.mp4</a></video></div>
<p style="text-align: justify;">Und dabei stehen wir noch halbwegs geschützt. Die Wetterabfrage per InReach verkündet uns weiter fröhlich, dass nur eine leichte Brise geht. Du blödes, blödes Teil! Wir haben also keine Ahnung, ob, wann und in welcher Form das Wetter besser oder gar schlechter wird. Wieder nutzen wir unseren Joker Anne und endlich bekommen wir brauchbare Infos. Ab 18 Uhr soll der Wind etwas nachlassen, morgen aber noch stärker wiederkommen. Alles klar, dann machen wir uns heute Abend auf den Weg. Hauptsache vom Berg runter. Noch ist es unvorstellbar, dass der Wind nachlassen könnte. Er beweist uns stattdessen das Gegenteil.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06546.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1367" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06546.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06546.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06546-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06546-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06546-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06546-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06546-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Gegen 18 Uhr packen wir dennoch. Wir hoffen inständig, dass es besser wird, aber selbst wenn nicht, über Nacht hier bleiben ist absolut keine Option. Als wir um 18.30 Uhr wieder starten, ist es erstaunlich ruhig. Der Wind hat tatsächlich nachgelassen!</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06547.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1368" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06547.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06547.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06547-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06547-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06547-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06547-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06547-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Wir können vernünftig laufen und das sogar aufrecht. Nahezu unglaublich! Weg ist der Wind natürlich nicht und auch der Regen strengt sich immer noch mächtig an, aber wir laufen jetzt einfach so schnell es geht Richtung Finse.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06550.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1369" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06550.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06550.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06550-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06550-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06550-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06550-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06550-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Meinem rechten Schuh scheint das heutige Wetter sehr zuzusagen. Sogar so gut, dass ich nun nicht nur durch Flüsse und Pfützen laufe, sondern gleich meinen eigenen See im Schuh mit mir rumtragen darf. Da wird das Wettererlebnis erst so richtig komplett.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir sind sehr erleichtert, als wir die nächste Brücke passieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06554.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1371" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06554.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06554.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06554-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06554-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06554-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06554-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06554-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Dahinter fangen kurz darauf die ersten Ferienhaussiedlungen an. Also ist der Weg nach Finse morgen auch bei ganz schlechtem Wetter gut machbar. Die kritischen Passagen liegen hinter uns! Kurz hinter der Brücke bauen wir deshalb erneut das Zelt auf.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/signal-2022-08-02-21-07-13-348.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1391" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/signal-2022-08-02-21-07-13-348.jpg" alt="" width="2048" height="1365" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/signal-2022-08-02-21-07-13-348.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/signal-2022-08-02-21-07-13-348-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/signal-2022-08-02-21-07-13-348-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/signal-2022-08-02-21-07-13-348-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/signal-2022-08-02-21-07-13-348-1536x1024.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/signal-2022-08-02-21-07-13-348-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Diesmal aber für die Nacht. Für heute reicht es an Aufregung. Und dabei war das heute eigentlich kein komplexer Weg &#8211; wäre da nicht das Wetter gewesen. Bevor ich ins Innenzelt kriechen kann, muss ich übrigens noch meine rechte Socke auswringen. Mehrmals. Der See darf nämlich draußen bleiben. Morgen kommt er sicherlich wieder in meinen Schuh gekrochen&#8230;</p>
<h3 style="text-align: justify;">Tag 20, Wandertag 17</h3>
<p style="text-align: justify;">Heute geht es nach Finse. Da erreichen wir unsere Endstation. Und auch wenn wir nun quasi noch zwei Tage vor uns haben, macht sich Urlaubsendstimmung breit. Und die ist nicht allzu gut. Wir beide hängen unseren Gedanken nach und reagieren unnötig gereizt auf normale Fragen. Das nervt und ist anstrengend, aber Urlaubsenden sind immer blöd und heute Abend die letzte Zeltnacht zu haben ist noch viel blöder. Wir genießen das hier nämlich sehr. Auch bei schlechtem Wetter. Wir versuchen den Wanderstart und damit das nahezu-Tourende unnötig herauszuzögern. Ich muss ohnehin noch viel schreiben und außerdem regnet es andauernd. Da kann man besser noch liegen bleiben und Musik hören. Letztlich sind wir erst nach 13 Uhr unterwegs. So spät wie nie.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06555.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1372" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06555.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06555.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06555-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06555-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06555-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06555-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06555-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die fünf Kilometer bis Finse sind schnell gelaufen. Der meiste Teil der Strecke geht über einem Schotterweg, der anscheinend eine äußerst beliebte Fahrradroute darstellt. So viele Leute haben wir schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Beim Blick auf Finse wird die Laune auch nicht direkt besser. Natur ist so viel schöner. Finse selbst besteht nur aus wenigen Häusern, der DNT Hütte, einem Hotel und dem Bahnhof.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06559.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1375" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06559.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06559.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06559-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06559-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06559-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06559-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06559-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">In den umliegenden Bergen sind dafür überall Häuser verstreut. Unser erstes Ziel ist die Hütte. Für morgen reservieren wir ein Zimmer. Doppelzimmer sind ausgebucht, aber zwei Plätze in einem Vierbettzimmer ergattern wir noch. Super! Hauptsache kein 12-Personen-Schlafsaal. Zu dem Zimmer gibt es Vollpension, also abends ein 3-Gänge-Menü und morgens Frühstück, bei dem direkt ein Lunchpaket gepackt werden kann. Als DNT-Mitglied zahlen wir ca. 100 Euro pro Person. Da können wir für Bett und Vollpension nicht meckern. Leider kommen wir genau 10 Minuten zu spät, um noch eine richtige Mahlzeit zu bestellen. Als Ersatz gibt es Zimtschnecken und &#8211; endlich! &#8211; Waffeln.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06562.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1376" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06562.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06562.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06562-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06562-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06562-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06562-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06562-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die werden in Norwegen traditionell mit Marmelade und Rømme, saurer Sahne, gereicht. Lecker. Die Kombination übernehmen wir!</p>
<p style="text-align: justify;">Wir bleiben noch ein bisschen in der &#8222;Hütte&#8220; sitzen. Es ist wie eine riesengroße Jugendherberge. Die Heizungen laufen hier auf Hochtouren und Stefan wird zusehends müder. Da packen wir lieber schnell wieder unsere Sachen und gehen raus. Schließlich müssen wir noch einen Zeltplatz suchen, da man neben der Hütte nicht zelten kann. Das klappt aber nach ca. 2km ganz gut.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06563.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1377" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06563.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06563.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06563-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06563-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06563-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06563-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06563-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06564.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1378" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06564.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06564.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06564-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06564-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06564-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06564-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06564-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Und da wir das Zelt in Windrichtung aufstellen, haben wir zufällig auch in jede Richtung eine Aussicht auf die Berge. So können wir uns einreden, noch nicht wieder in der Zivilisation angekommen zu sein. Die morgige Dusche können wir allerdings kaum noch abwarten. Wir können uns inzwischen selbst kaum noch riechen. Körper und Kleidung, alles müffelt, freundlich ausgedrückt. Neben einer Wanderung zum nahegelegenen Gletscher besteht die morgige Herausforderung noch darin, ein Deo aufzutreiben, möglichst in Sprayform, damit unsere Mitreisenden in Zug und Flieger am Freitag nicht ins Koma fallen&#8230; Den Abend verbringen wir wieder im Zelt. Eigentlich wollten wir noch raus, aber kurz vor dem Aufbau hat es angefangen zu regnen und es hört und hört nicht auf. Ein ziemlich fauler und melancholischer Tag heute. Hoffentlich wird es morgen besser.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06566.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1380" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06566.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06566.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06566-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06566-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06566-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06566-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06566-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></h3>
<h3 style="text-align: justify;">Tag 21, Wandertag 18</h3>
<p style="text-align: justify;">Heute ist der vorletzte Urlaubstag. Und damit ist die Zeit im Zelt vorbei. Die letzte Nacht war nochmal ganz gut. Wir lieben unser kleines transportables Zuhause wirklich sehr und fühlen uns darin pudelwohl. Das Schlafen im Zelt ziehen wir nahezu immer dem Hotel vor, weil wir hier voll und ganz unsere Ruhe haben. Außer alles ist klatschnass &#8211; da hat eine feste Unterkunft dann doch unschlagbare Vorteile.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir sind heute wieder früh wach und wollen zum Abschluss noch eine kleine Wanderung zum (Überraschung) Gletscher unternehmen. Auf unserer Zeltseite, gegenüber von Finse, ist ein großer Gletscherausläufer, zu dem man sehr nah herangehen kann, sofern man möchte.</p>
<p style="text-align: justify;">Heute ist zur Abwechslung mal wieder Dauerregen vorhergesagt. Das kennen wir ja schon, also warten wir ab, was daraus wird. Tatsächlich werden wir während des Frühstücks von Regen begleitet. Heute ist uns das aber egal, denn raus wollen wir so oder so. Und heute Abend können wir notfalls in der Hütte trocknen. Vorab packen wir schon ein paar Sachen um, damit wir möglichst viel Platz im Rucksack haben. Ohne bzw. mit nur minimalen Resten von Nahrung ist das aber schnell geschafft. Wir wollen unsere Wanderschuhe für den Rückflug nämlich in den Rucksack packen, um diese bei der Sicherheitskontrolle nicht ausziehen zu müssen. Mit den Lebensmitteln haben wir in diesem Urlaub super gehaushaltet. Wir haben noch eine einzige Mahlzeit übrig, sonst eigentlich nur noch ein paar Snacks, die wir morgen während der Zugfahrt sicherlich aufessen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">In Regenkleidung eingepackt, geht es los Richtung Gletscher. Und auf dem Weg dorthin begleiten uns zwei gute Bekannte aus den letzten Tagen. Regen und starker Wind. Never change a winning team. Wir haben den Eindruck, dass die Hardangervidda (oder eher die Ausläufer davon) uns den Abschied nicht ganz so schwer machen (positiv gesehen) oder uns nach inzwischen fast drei Wochen wirklich mit aller Kraft rausschmeißen wollen (nicht ganz so positiv gesehen). Mich fegt es teilweise fast von den Anhöhen, über die der Weg führt. Aber eine letzte entspannte Wanderung wäre ja auch langweilig. Der Ausläufer sieht wieder total beeindruckend aus.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06575.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1383" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06575.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06575.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06575-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06575-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06575-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06575-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06575-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06585.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1387" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06585.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06585.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06585-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06585-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06585-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06585-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06585-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Jetzt haben wir den Gletscher aber wirklich von fast allen Seiten gesehen. 😀 Ganz bis ans Eis heran gehen wir nicht. Mit etwas Abstand ist der Anblick einfach schöner. Und Schnee gab es in den letzten Wochen dann doch in ausreichender Menge. Zumindest für unseren Geschmack.</p>
<p style="text-align: justify;">Der heutige Weg soll nach Möglichkeit eine Rundwanderung werden. Ob das machbar ist, wussten wir aber vorher nicht. In einer einzigen Karte stand ein möglicher Weg, in allen anderen Karten existierte er nicht. Na dann schauen wir einfach mal. Allerdings müsste auf dieser Route ein Fluss überquert werden. Eine Brücke ist nicht eingezeichnet und wir machen uns keine Hoffnung, dass wir einen Gletscherfluss so kurz unterhalb der Quelle furten können. Auf dem Hinweg, kurz vor dem Ziel, erkennen wir an der vermerkten Weggabelung schon mal keinen Weg. Aber den könnte man sich halt suchen. Von der Anhöhe, von der aus wir den Gletscher bestaunen, können wir aber tatsächlich eine Brücke erkennen. Super! Dann müssen wir nicht den gleichen Weg zurückgehen. Die Konstruktion ist mal wieder etwas abenteuerlich.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06576.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1384" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06576.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06576.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06576-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06576-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06576-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06576-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06576-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Ein Geländer gibt es nicht, dafür sind die Brücken (es sind zwei, in der Mitte ist ein großer Stein) aber mit viel Wohlwollen einfach auf die Steine gelegt. So nach dem Motto: &#8222;Wird schon halten&#8220;. Bei der vorderen Brücke ist ein Brett angeknackst. Das fällt für uns also insgesamt in die Kategorie &#8222;Brücke in ganz gutem Zustand&#8220; und wir gehen rüber. Die zweite liegt schräg auf den Steinen, ist aber auch gut passierbar. Nur der Wind ärgert mal wieder etwas, aber im Böen abpassen haben wir inzwischen schließlich auch genug Erfahrung. Zunächst geht es ein bisschen den Berg hinauf, dann geht es kontinuierlich bergab. Irgendwann landen wir sogar wieder auf einem Weg, der später zu einem offiziellen DNT Weg wird. Und selbst das Wetter macht mit. Der Wind bleibt, aber der Regen hat zwischenzeitlich aufgehört und nun kommt sogar die Sonne raus. Wie herrlich das ist! Da wir regelmäßig einen Blick auf Finse und die umliegenden Berge haben, ist aber klar, dass die Sonne nur ein vorübergehender Gast ist. Zumindest sehen wir den Regen von den Bergen her immer kommen. Durch die Mischung aus immer neuen Regenschauern und zeitweise ein paar Sonnenstrahlen benennen wir Finse übrigens um in &#8222;Regenbogenstadt&#8220;. Immer und immer wieder wird die Stadt mal von kleineren und größeren, mal von leichteren und stärkeren Regenbögen überspannt. Sehr hübsch!</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06565.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1379" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06565.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06565.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06565-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06565-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06565-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06565-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06565-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Als uns der Weg wieder auf Kurs zu unserem Zelt bringt, sagt Stefan erfreut, dass wir das Zelt wohl sogar trocken einpacken können. Aber die Rechnung geht so gar nicht auf. Nur Sekunden später öffnet der Himmel alle Schleusen und es schüttet, als gäbe es kein morgen mehr. Klatschnass kommen wir am Zelt an und verkriechen uns schnell.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06593.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1389" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06593.jpg" alt="" width="2048" height="1366" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06593.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06593-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06593-1024x683.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06593-768x512.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06593-1536x1025.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/DSC06593-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Laut Wetterradar soll der Regen zwischen 15 und 16 Uhr pausieren, also wollen wir dann schnell einpacken und rüber zur Hütte gehen. Die Zeit dahin überbrücken wir mit einer Tasse Tee und der letzten Mahlzeit. Bis zum Abendessen um 19 Uhr dauert es schließlich noch. Aber so richtig viel bringt ein halbes Gericht für jeden auch nicht. Der Wetterradar hat eine Vorhersage gemacht, die bestimmt irgendwo auf der Welt zutrifft, aber hier ganz eindeutig nicht. Der Regen macht unbeeindruckt weiter und zeigt uns eindrucksvoll, was er kann. Um halb 5 geben wir uns geschlagen und packen im Regen ein. Da muss das Zelt dann wohl in der heimischen Garage trocknen (oder im Garten. Angeblich ist es da ja richtig heiß. Das können wir uns hier noch nicht so richtig vorstellen). Ein letzter Gang über die Staumauer von Finse und dann sind wir an der Hütte angekommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir beziehen unser Vierbettzimmer im Nebengebäude und fühlen uns in Jugendherbergszeiten zurückversetzt. Bisher sind wir allein. Wir wetten aber, ob die anderen beiden Betten noch belegt werden. Ich sage ja, Stefan (gezwungenermaßen) nein. Und dann: DUSCHEN! In dem Duschraum bin ich kurz irritiert, dass man in den Duschen selbst keine Möglichkeit hat, sein Handtuch aufzuhängen. Dazu ist wohl der vordere Bereich gedacht, der direkt im Eingangsbereich liegt. Scham ist hier eindeutig unangebracht. Duschkabinen gibt es insgesamt vier, je zwei liegen sich gegenüber. Vorhänge oder sowas gibt es nicht, also kann man sich bei Vollbelegung mit seinem gegenüberliegenden Duschpartner direkt unterhalten oder zumindest zuwinken😀. Stefan kann davon berichten. Ich genieße das heiße Wasser und versetze den kompletten Raum in Nebel. Es fühlt sich soooo gut an. Nach einer gefühlten Ewigkeit fühle ich mich aber doch sauber. Dann geht es rein in die gar nicht saubere Wanderhose und ein möglichst sauberes Shirt. Immerhin. Herrlich!</p>
<p style="text-align: justify;">Im Zimmer packen wir die Rucksäcke flugtauglich und gehen dann zurück ins Hauptgebäude. Da sich in der Finsehytta die höchstgelegene Mikrobrauerei Norwegens befindet, haben wir uns für den letzten Abend das Biersortiment vorgenommen. Vor dem Essen starten wir mit dem Finse Spesial. Ein guter Anfang. Dann öffnet pünktlich um 19 Uhr der Speisesaal. Das Schauspiel gleicht einer Raubtierfütterung. Binnen Sekunden strömen jede Menge Leute zur Tür. Alle haben Hunger! An der Tür wird die Zimmernummer abgehakt und man bekommt seinen Platz mitgeteilt. Es gibt lange Tischreihen, auf denen Tischkarten mit der jeweiligen Zimmernummer stehen. Die Tische sind hübsch eingedeckt, mit Besteck und Servietten, Gläsern, Wasserkannen, Blumen und echten Kerzen. Zum ersten Gang gibt es Suppe mit Brot. Für den Hauptgang und das Dessert dürfen wir uns am Buffet bedienen. Das freut uns sehr, da wir natürlich hungrig sind! Neben uns am Tisch sitzen Varlerie und Georg aus der Schweiz. Wir unterhalten uns während des Essens und versorgen sie mit ein paar Tipps für ihre geplante Tour nach Rembesdalseter. Morgen soll ein herrlich sonniger Tag werden, also sollte die Strecke problemlos machbar sein. Wir drücken die Daumen!</p>
<p style="text-align: justify;">Nach dem Essen sind wir gut gesättigt und suchen uns einen Tisch in einem der Aufenthaltsräume. Zum Kartenspielen gibt es nun das Finse IPA. Das schmeckt besonders gut. Den Abschluss macht das Finse Pilsner. Ganz fürchterlich. Die Biere haben jeweils 0,5l Größe und da wir nun jeder insgesamt drei davon getrunken haben, müssten wir nach drei Wochen Wanderung eigentlich umfallen. Aber das passiert nicht. Nirgendwo steht, wie hoch der Alkoholgehalt der Biere ist, aber der muss verschwindend gering sein. Um 22 Uhr verschwinden wir ins Bett. Jetzt wird sich zeigen, wer die Wette gewonnen hat. Und das Ergebnis lautet: Keiner. Es ist nur ein weiteres Bett belegt. Das zweite bleibt leer. Da haben wir beide irgendwie nicht mit gerechnet. Wir krabbeln in unsere Schlafsackinlets und damit ins Bett. Ganz geheuer ist uns das hier mit den bezogenen Betten nicht, also legen wir lieber noch eine Jacke aufs Kopfkissen. Dann wird aber geschlafen.</p>
</div>
<div dir="auto">
<h3 dir="auto" style="text-align: justify;">Tag 22, Abreise</h3>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">Ich bin bereits um 5 Uhr wach. Aber das ist ja nichts Neues. So komme ich immerhin dazu, den gestrigen Bericht zu schreiben. Jetzt ist er tatsächlich da, der letzte Tag. Wir stehen um 7 Uhr auf und unterhalten uns noch kurz mit unserem &#8222;Mitbewohner&#8220;, der aus den Niederlanden kommt. Er startet heute auch nach Rembesdalseter und scheint gut vorbereitet zu sein. An Erfahrung mangelt es ihm jedenfalls nicht. Nur Mückenspray hat er nicht eingepackt. Als er zur Dusche verschwindet, packen wir die letzten Sachen in die Rucksäcke. Nur das gefundene Autan packen wir wieder aus. Mit einer kleinen Notiz stellen wir es zu den Sachen des Niederländers. Er braucht es in den nächsten Wochen sicherlich dringender als wir. Schließlich haben wir zu Hause selbst noch Vorrat und außerdem sind die Fledermäuse so fleißig, dass bei uns kaum Mücken unterwegs sind. Dann geht es mit Sack und Pack ins Hauptgebäude und zum Frühstück. Die Rucksäcke bleiben im Gepäckraum. Zum Frühstück gibt es ein Buffet. Der Saal füllt sich wieder innerhalb kürzester Zeit. Wir füllen unsere Teller mit einer wilden Mischung aus Brot, Brötchen, Rührei und Waffeln. Lecker! Der zweite Gang ist dann nur noch dazu da, die Brote für das Lunchpaket zu machen. In Papier eingewickelt gehen die in den Rucksack. Auf dem Weg zum Bahnhof putzen wir noch schnell die Zähne, mit einem letzten schönen Blick auf die Berge und den Gletscher. Heute strahlt die Sonne tatsächlich. Das wird ein herrlicher Tag. Noch ist es aber eisig kalt. Der Bahnhof von Finse ist übrigens die einzige Verkehrsanbindung des Ortes. Straßen gibt es keine. Ansonsten ist Finse nur zu Fuß oder per Fahrrad erreichbar.</div>
<div dir="auto"></div>
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<div dir="auto"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220805_082744-1-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1430" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220805_082744-1-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1916" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220805_082744-1-scaled.jpg 2560w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220805_082744-1-300x225.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220805_082744-1-1024x767.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220805_082744-1-768x575.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220805_082744-1-1536x1150.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220805_082744-1-2048x1533.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/08/20220805_082744-1-1320x988.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a></div>
<div dir="auto">
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">Da der Zug sich um fast eine halbe Stunde verspätet, warten wir im Warteraum des Bahnhofs. Dort ist es nämlich nicht so kalt. Um kurz nach 9 Uhr geht es dann los. Wir fahren die nächsten Stunden durch die norwegische Landschaft. In Geilo schauen wir etwas genauer aus dem Fenster. Hier werden wir nächstes Jahr auch sein!</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">An unserem Fenster ziehen Berge und große blaue Seen vorbei. Irgendwann wechselt die Szenerie und die Landschaft ist überwiegend von dichtem Wald bedeckt. Im ersten Moment überrascht mich das total. Bäume, hohe Tannen, richtiger Wald! Das ist natürlich ein unsinniger Gedanke, aber wenn man über mehrere Wochen überwiegend Steine und allerhöchstens und in Ausnahmefällen kleine Fjellbirken gesehen hat, erstaunt es einen kurzzeitig schon, dass Norwegen ansonsten so grün ist. 😀</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">Mit insgesamt 40 Minuten Verspätung kommen wir am Osloer Hauptbahnhof an. Dort wechseln wir in den nächsten Zug zum Flughafen. Innerhalb von 10 Minuten haben wir dort unser Gepäck abgegeben und sind schon durch die Sicherheitskontrolle gegangen. Jetzt suchen wir uns einen Sitzplatz und verputzen unsere mitgenommenen Brote vom Frühstück. Der Blick auf die Abflugtafel verrät, dass hier heute irgendwas durcheinander ist. Jede Menge Flüge haben Verspätung. Mal nur eine halbe Stunde, mal fünf Stunden. Unser Flug steht noch nicht drauf, aber wir haben im Gefühl, dass sich bei uns nicht nur der Zug verspätet haben wird. Und tatsächlich, ein paar Minuten später kommt die Info per Mail. Statt 17 Uhr lautet die neue Abflugzeit nun 18.10 Uhr. Hoffentlich bleibt es dabei.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">Hier am Flughafen fällt übrigens extrem auf, wie sehr die Nase nach so viel klarer Naturluft auf Gerüche reagiert. Schon beim Wandern merkt man extrem, ob jemand frisch gestartet ist. Waschmittel, Duschgels und Parfüm fallen augenblicklich auf. Hier, inmitten von einer riesigen Menge Menschen, explodiert der Geruchssinn fast. Alles riecht extrem stark und übertrieben. Das ist richtig unangenehm.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">Wir überbrücken die Wartezeit mit Kartenspielen. Am Ende verliert Stefan in diesem Urlaub mit knapp 1000 Punkten Vorsprung. Die Flugzeit verschiebt sich ein weiteres Mal, aber nur um 20 Minuten. Dann geht es tatsächlich los.<br />
Egal wie groß der Flieger ist, einer von uns hat nahezu immer ein Kind hinter sich sitzen, das mit Vorliebe in den Vordersitz tritt. Heute haben wir aber Glück und die Eltern unterbinden das den Großteil der Zeit. Hat man (leider) auch nicht oft. Die sonstigen Erziehungsmaßnahmen lösen bei mir eine Mischung aus Verzweiflung und Belustigung aus. Aber noch ist Urlaub und deshalb stecke ich mir die Kopfhörer in die Ohren und höre Qualityland weiter. Das Hörbuch habe ich zufällig in den Tiefen meines Handys wiederentdeckt und empfehle es wirklich uneingeschränkt! Ein grandioses Buch, auch Teil 2. (Es bietet sich aber an, den Humor von Marc-Uwe Kling zu mögen). Die Stewardess scheint sich auch über die Verspätung zu ärgern, denn sie strahlt uneingeschränkt schlechte Laune aus. Der Steward ist aber besonders freundlich und verdoppelt unsere Teemenge. Tee (und Kaffee) gibt es bei SAS immer gratis. Eine schöne Geste.</div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">Wir landen so pünktlich, wie es bei der Abflugzeit möglich war, gegen 20.30 Uhr. Wir stellen uns nun darauf ein, lange auf das Gepäck warten zu müssen. Eine Stunde haben wir damit in Düsseldorf schon häufig verbracht. Doch, wie auch auf dem Hinflug, überrascht der Flughafen mir perfekter Organisation. Keine 20 Minuten später stehen wir mit unseren Rucksäcken draußen. Jetzt warten wir nur noch auf Andrea, meine Schwester, die uns freundlicherweise abholt und zu unserem Auto bringt, dass bei ihr auf dem Hof steht. Während der Wartezeit springen wir noch schnell in den Flughafen-Rewe, damit es morgen zum Frühstück keine Haferflocken geben muss. 😀 Um 22.35 Uhr sind wir endlich zu Hause angekommen. Das war ein laaaanger Tag.</div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">Unser Haus wartet schon auf uns und hat &#8222;freundlicherweise&#8220; vorgeheizt. Da trifft es sich gut, dass man um die Uhrzeit wenigstens direkt lüften kann. Vielen Dank, Mama und Papa, für&#8217;s Haus hüten und Pflanzen gießen. Das wird nun wieder eine harte Umstellung, bei mir werden sie nicht so verwöhnt.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">An dieser Stelle sagen wir schon einmal Danke an alle, die mitgelesen haben. Wir freuen uns, dass die Urlaubsberichte so viel Anklang gefunden haben!</div>
<h3 dir="auto" style="text-align: justify;">Urlaubsfazit</h3>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">Es war wunderschön.</div>
<div dir="auto"></div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">Das sagt eigentlich alles. Nur zu kurz. Wir haben jeden Tag sehr genossen und uns in der Hardangervidda sehr wohl gefühlt. Wir wollten die Tour in der Hardangervidda neben der Erholung auch als Generalprobe für die Tour im nächsten Jahr nutzen. Das ist uns gut gelungen!</div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">Wir haben uns während des Wartens am Flughafen schon darüber unterhalten, was uns besonders gut gefallen hat. Für uns beide waren es die herausfordernden Etappen. Zum einen konnten sie mit besonders schöner Landschaft hervorstechen, zum anderen erlebt man die schwierigen Strecken auch einfach sehr intensiv, da man sich fast dauerhaft genau mit dem Weg beschäftigen muss und nicht so sehr gedanklich abschweifen kann. Auf Dauer schlaucht das natürlich, aber hier war die Mischung perfekt.</div>
<div dir="auto">
<div dir="auto" style="text-align: justify;"></div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">So sind wir trotz der körperlichen Anstrengungen gut erholt und haben unsere Ausrüstung nochmal auf Herz und Nieren geprüft. Eine Bewertung einzelner Gegenstände, der Versorgung etc. werden wir im Laufe der nächsten Wochen vornehmen. Dazu folgt dann selbstverständlich noch ein Blogartikel.</div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;"></div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">Zusammenfassend hat uns die Tour durch die Hardangervidda trotz bzw. vielleicht auch gerade wegen des spontanen Umplanungsbedarfs richtig viel Spaß gemacht. Und auch wenn wir gestern unendlich traurig waren, nach Hause fahren zu müssen, ist die Vorfreude, in etwas mehr als 9 Monaten endlich am Kap Lindesnes zu stehen, sehr, sehr groß. Nachwievor haben wir großen Respekt vor der Tour und haben in der Hardangervidda einmal mehr gelernt, wie schnell sich die Witterungsverhältnisse ändern können und sich auf die Tour auswirken. Wir freuen uns auf diese Herausforderung!</div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;"></div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">Jetzt leben wir uns wieder ein, versuchen uns mit der Hitze zu arrangieren und wünschen uns nur eine kleine verschneite Ecke im Garten. Zum Glück geht es im Oktober wieder mit Rucksack und Zelt raus.</div>
<div dir="auto" style="text-align: justify;">Nach der Tour ist vor der Tour.</div>
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<div dir="auto">
<h4 dir="auto">Unsere Route</h4>
<p>Insgesamt: 273,4 km, ca. Aufstieg ca. 7000 hm</p>
		<div id="maps-marker-pro-639e75da" class="maps-marker-pro" style="width: 100%;">
			<div id="mmp-map-wrap-639e75da" class="mmp-map-wrap">
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							</div>
					</div>
		
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<p>Der Beitrag <a href="https://1zelt4beine.de/hardangervidda-16-22">Hardangervidda, Tag 16 bis 22</a> erschien zuerst auf <a href="https://1zelt4beine.de">1zelt4beine.de</a>.</p>
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		<title>Hardangervidda, Tag 8 bis 15</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Jul 2022 13:55:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2022 Hardangervidda]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tag 8, Pausentag Nach dem Tag gestern bleiben wir bei unserem Beschluss, heute nicht zu wandern. Das ist vermutlich sinnvoll, da wir alle guten Vorsätze über Bord geworfen haben. Aber so ist das wohl mit guten Vorsätzen. Eigentlich wollten wir, wie an Tag 1, regelmäßige Pausen machen und in der ersten Woche nur kurze Etappen&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://1zelt4beine.de/hardangervidda-8-15">Hardangervidda, Tag 8 bis 15</a> erschien zuerst auf <a href="https://1zelt4beine.de">1zelt4beine.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3 class="postie-post" style="text-align: justify;">Tag 8, Pausentag</h3>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Nach dem Tag gestern bleiben wir bei unserem Beschluss, heute nicht zu wandern. Das ist vermutlich sinnvoll, da wir alle guten Vorsätze über Bord geworfen haben. Aber so ist das wohl mit guten Vorsätzen. Eigentlich wollten wir, wie an Tag 1, regelmäßige Pausen machen und in der ersten Woche nur kurze Etappen laufen, damit wir unseren Trainingsstand langsam aufbauen. Hat ja toll geklappt. 😉</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Also planen wir heute richtig schön lange zu schlafen. Da genug Müdigkeit vorhanden sein sollte und die Nacht erst spät anfing, sprach alles dafür. Und dann sind wir beide trotzdem vor 7 in der Früh wieder wach. Die Zeit scheint sich einzurichten. Zumindest im Vergleich zu meiner normalen Weckzeit zu Hause ist das schon fast wie Ausschlafen. Wirklich wach sind wir beide nicht, aber schlafen geht auch nicht mehr. Der erste Blick aus dem Zelt verrät: Heute ist wieder Kaiserwetter! Keine Wolke am Himmel, Sonne pur.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05941.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1192" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05941.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05941.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05941-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05941-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Solange die aber noch nicht auf das Zelt scheint, bleiben wir einfach liegen. Ein bisschen juckt es uns trotz des Vortages in den Fingern oder eher in den Beinen, doch weiterzulaufen. Aber die Vernunft siegt.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Stattdessen nutzen wir den Tag für andere wichtige Sachen. Stefan kümmert sich darum, dass der Reisebericht der ersten Woche in eine ansehnliche Form gebracht wird und die passenden Fotos dazu eingebettet werden. Das frisst eine ganze Menge Zeit. Die Routine, sowas von unterwegs zu machen, fehlt da nämlich noch. Zum Glück bin ich nicht für den technischen Part verantwortlich. Stefan bleibt deshalb sehr lange im Zelt, da man draußen auf dem Handydisplay wahrscheinlich kaum was erkennen könnte. Das Zelt verwandelt sich derweil in eine Sauna. Stefan nimmt es mit Humor und genießt nun quasi seine erste norwegische Sauna. Nur der Aufguss fehlt. Wäre auch nicht so gut für die Technik. Ich flüchte dann doch lieber nach draußen und habe Glück. Die Mücken haben entweder auch Pausentag oder finden es einfach zu heiß zum rumschwirren. Ich kann beides verstehen und freue mich, bei der Sonne ohne Jacke im Gras sitzen zu können.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Um das gute Wetter auch sinnvoll zu nutzen, wasche ich erst ein bisschen Wäsche und anschließend mich. Ein herrliches Gefühl! Das hält ca. drei Minuten an. Dann wird es Zeit für Sonnencreme. Sauberkeit ist auf Wanderungen leider immer ein relativer Zustand. Zwar lädt der See auch wirklich zum Schwimmen ein, aber die Temperatur empfiehlt, doch lieber nur auf das schöne Nass zu schauen. Insgesamt verfliegt die Zeit erstaunlich schnell. Erst spät am Nachmittag schaffen wir es erneut zur Trolltunga. Da sind die großen Touristenströme aber schon weg. Es ist nicht mehr los als am Abend zuvor. Den Tag über konnten wir jedoch ein reges Treiben auf dem Zuweg beobachten. Ich nutze die kurze Wartezeit und lasse Stefan noch ein paar Einzelfotos von mir auf der Trolltunga machen.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05961.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1164" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05961.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05961.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05961-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05961-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Er selbst will keine und versucht lieber, ein paar Fotos ohne Menschen zu ergattern. Da heißt es, den richtigen Zeitpunkt anzupassen, wenn gerade jemand von der Spitze weggeht und der oder die nächste gerade noch nicht losläuft. Um unseren Füßen mal eine Pause vom Wanderschuh zu gönnen, gehen wir den Weg mit unseren Barfußschuhen. Das klappt ganz wunderbar und macht auch Spaß. Als wir zurückkommen, ist es Zeit für das Abendessen. So ganz hungrig sind wir nicht, aber wir können ein bisschen Energie für den nächsten Tag gebrauchen. Die Mücken schließen sich unserem Zeitplan an und suchen ebenfalls nach etwas Essbarem. Trekkingnahrung reizt sie leider nicht. Aber ich würde ohnehin nichts abgeben. Wir ziehen einfach unsere Regenjacken über und schon ist die Gefahr so gut wie gebannt. Morgen wollen wir zeitig los. Wir freuen uns schon. Gleichzeitig umtreibt uns aber auch die Sorge um die Schneefelder. Das vor unserer Zelthaustür ist heute teilweise schon ganz schön abgesackt. Dennoch wollen wir uns nicht entmutigen lassen und haben den Plan, es erstmal zu versuchen. Sollten die Felder doch zu kritisch sein, heißt es Rückzug und dann einen neuen Plan machen.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Achja, und eine wichtige Sache habe ich dank Internet rausfinden können: Das kleine Tier, das aussah wie eine Mischung aus Maus und Wiesel ist &#8211; tadaa &#8211; ein Mauswiesel. Ja wirklich! Schaut es euch mal an 😀</p>
<h3 class="postie-post" style="text-align: justify;">Tag 9, Wandertag 6</h3>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Ich wache mitten in der Nacht auf und bin schlagartig hellwach. Stefan sitzt auf seiner Matte und ich denke, es ist etwas passiert. Aber nein, er muss nur mal eben austreten. Schlafen kann ich nicht mehr wirklich und bin kurz davor, einfach aufzustehen. Auch wenn es erst halb 5 ist. Hell ist es ja sowieso. Irgendwann schlafe ich aber wieder ein und wache erst gegen halb 8 auf. Das war nochmal gut. Aber warum ist das Zelt plötzlich so nass? Stefan ist schon wach und begrüßt mich mit der Empfehlung, besser nicht aus dem Zelt zu gucken. Ich mache es trotzdem und sehe&#8230; nichts. Nur graue Suppe, soweit das Auge reicht. Na wunderbar.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05993.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1161" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05993.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05993.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05993-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05993-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Das sind tolle Voraussetzungen für den Weg, den wir uns vorgenommen haben.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Wir frühstücken erstmal. Heute gibt es Overnight Oats (wow!). Tatsächlich haben wir einfach gestern Abend schon Wasser auf die Haferflocken gekippt, damit sie über Nacht quellen und wir kein Wasser erhitzen müssen. Aber auf Englisch klingt das natürlich viel cooler.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Nach so vielen gemeinsamen Jahren kennt man sich irgendwann tatsächlich recht gut und so bemerke ich Stefans zögerliche Stimmung, ohne dass er etwas sagen muss. Wir packen ein bisschen und dann, als er gerade anfangen will zu sprechen, frage ich ihn, ob er den geplanten Weg tatsächlich gehen will. Stefan antwortet schlicht mit &#8222;Nein&#8220;. Kurz und schmerzlos. Die Wettervorhersage ist miserabel, auch wenn wir der natürlich nur eingeschränkt glauben können. Hinzu kommt, dass Stefan genauere Infos zu der geplanten Strecke gefunden hat. Sie ist, wie die vorherig auch, als schwarze, also sehr anspruchsvolle, Strecke bezeichnet und beinhaltet mehrere komplizierte Furten. Sollten die aufgrund des Wasserstandes nicht möglich sein, müsste man zwangsläufig über Schneefelder ausweichen. Nach einer Woche intensiver Sonne werden beide Optionen sehr schwierig, mitunter gefährlich sein. Das Risiko gehen wir hier und jetzt nicht ein. Also wird neu geplant. Heute geht es 14km bis zum mittleren Wanderparkplatz und von da aus mit dem Shuttlebus in den nächsten Ort, Tyssedal. Das Hotel ist im Sonderangebot für 200€ pro Nacht zu bekommen. Da überlegen wir nicht lange und schlagen bei diesem Schnäppchen natürlich sofort zu. Einen Campingplatz gibt es nämlich nicht, ein Mehrbettzimmer im Hostel wollen wir wirklich nicht mehr und wir brauchen den Ort leider als Ausgangspunkt für die weitere Reiseplanung. So starten wir denn um viertel vor 11 im dichten Nebel.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05996.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1180" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05996.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05996.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05996-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC05996-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Mein interner Musikplayer hat heute den PUR Hitmix im Angebot. Ich bin eindeutig viel zu nüchtern dafür und möchte weinen. Als Verwarnung packe ich Handy und Kopfhörer in greifbare Nähe für die Wanderung. Es dauert eine Weile, dann kommt die Warnung oben an und die Musikauswahl wird besser. Auch ohne Technik. Passend dazu beschäftigt Stefans Kopfradio sich heute mit der Frage, wo die Indianer alle hin sind. Manchmal ist es gruselig, wie sehr sich unsere (auch seltsamsten) Gedanken ähneln.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Zum dritten Mal geht es rauf zur Trolltunga, nur nehmen wir dieses Mal die Abbiegung auf den Wanderweg, statt zum Aussichtspunkt. Uns kommen trotz des Wetters Mengen von Menschen entgegen. Es ist unglaublich! Der Weg ist dementsprechend breit und massiv ausgetreten. Dadurch stechen die Felsen besonders hervor und erschweren das Laufen. Immer mal wieder lichtet sich der Nebel und steigt dann wieder in typischen Nebelschwaden an.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06006.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1163" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06006.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06006.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06006-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06006-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Wir sind ganz begeistert von dem Blick auf das Bergmassiv, an dem von unserem Standort aus die Trolltunga kaum zu erkennen ist. Nur die vielen kleinen bunten Punkte rundherum lassen uns den kleinen Felsvorsprung einordnen. Gefühlt sind hier sämtliche Weltnationen vertreten, aber natürlich auch einige Deutsche. Wir kommen nicht umhin, ein Gespräch von ein paar jungen Männern zu hören, die nur wenige Meter neben uns stehen. Sie beratschlagen offenbar die Wettersituation und einer ist der Meinung, dass es bei dem Nebel ja total unsinnig sei, zu so einem Felsen zu gehen. Grundsätzlich mag man die Haltung nachvollziehen können, doch stehen wir hier aktuell höchstens einen Kilometer vom Ziel entfernt. Das heißt, er ist bereits 13km gelaufen und denkt nun darüber nach, wieder zu gehen. Zu dem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, was für ein Weg das ist. Das macht es im Nachhinein noch verrückter. Auf solche Ideen muss man erstmal kommen. Wir schütteln ein bisschen mit dem Kopf, gehen ein paar Schritte weiter und genießen die Aussicht erneut UND DANN GEHT DER TATSÄCHLICH ZURÜCK! Ich kann es immer noch nicht glauben. Dabei müssen die Bilder heute fantastisch aussehen, mit den Nebelschleinern im Hintergrund.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Wir setzen unseren Weg auch fort und finden ihn tatsächlich landschaftlich sehr schön. Man hat tolle Blicke auf die Berge rundherum und da sich der Nebel zusehends lichtet, wird die Aussicht immer besser (muss der sich geärgert haben!). Wir schmunzeln immer mal wieder, wie ausgebaut und extrem markiert der Weg ist. Es gibt ständig Brücken für die kleinsten Bäche, Pfeiler an jeder eventuell uneindeutigen Stelle und regelmäßige Hinweisschilder. Bei den Menschenmassen um uns rum ist das allerdings auch wirklich sinnvoll. Durch die Länge der Strecke und die Beschreibung als schwer und anspruchsvoll werden sicherlich schon viele potentielle Besucher abgehalten, aber auch jetzt sehen wir immer wieder Leute, die am Ende ihrer Kräfte zu sein scheinen. Das wird sich auch bis kurz vor den Ausgangspunkt, also unserem Ziel, nicht ändern. Und auch wir finden es streckenweise sehr anstrengend. Das liegt aber auch daran, dass die Wege besuchertauglich auf- und ausgebaut sind. Der Abstieg ist besonders herausfordernd für unsere Knie. Es wurde, scheinbar vor nicht allzu langer Zeit, ein komplett neuer Zuweg erschlossen. Damit dieser gut begehbar ist, besteht er im Hauptanstieg aus Stufen, die aus einzelnen Felsblöcken zusammengesetzt sind.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06019.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1166" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06019.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06019.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06019-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06019-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Das geht total auf die Gelenke und macht nur mittelmäßig Spaß. Zwei Personen versuchen zunächst mit ihren E-Mountainbikes den Aufstieg. Die sehen wir aber recht zügig unten wieder. Danach ist man plötzlich in einem halben Ferienort angekommen. Es stehen jede Menge Häuser in der Landschaft. Theoretisch ein schöner Platz, aber das wären mir für ein Sommerhaus in Norwegen dann doch zu viele Nachbarn und vor allem Tagestouristen. Nach einigen Stunden haben wir den ersten möglichen Parkplatz erreicht. Von dort bringt einen bei Bedarf (und nach Bezahlung natürlich) ein Shuttlebus zum nächsten Parkplatz. Wir laufen aber lieber. Ab hier geht es nämlich ganz einfach über die Straße den Berg hinab. Das bringt richtige Entspannung nach den letzten Stunden.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Auch wenn es nun schon deutlicher Nachmittag ist, kommen uns weiterhin regelmäßig Leute entgegen, die noch zur Trolltunga hoch wollen. Unser besonderes Mitleid gilt dem Dackel, der von einem Pärchen mitgebracht wird. Das kann für die kurzen Beinchen nur eine Tortur werden&#8230; Am Hauptparkplatz angekommen ist es ungefähr 15.30 Uhr. Der nächste Shuttlebus hinunter in den Ort würde in einer Stunde kommen. Wir kaufen uns als Belohnung ein Eis und ein Getränk und verspeisen beides an einem Picknicktisch. Dann ist es 16 Uhr.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Tja, was soll ich sagen? Wenig überraschend beschließen wir, nicht auf den Bus zu warten und die verbleibenden 7km einfach noch zu laufen. Wir haben heute beide ein komisches Gefühl und auch ein bisschen verhaltene Laune. Da wir ein Hotel gebucht haben, kommt es uns wie ein erneuter Pausentag vor. Was natürlich totaler Quatsch ist, schließlich sind wir schon jetzt 14km und nicht unerhebliche Höhenmeter gelaufen. Wenn wir jetzt noch den Bus nehmen würden, käme uns das endgültig wie Schummeln vor. Außerdem fühlen wir uns noch fit für die weiteren Kilometer. Und die lohnen sich wirklich! Die Berge um uns rum sind grandios anzusehen und dann kommt tatsächlich wieder die Sonne raus und alles strahlt noch ein bisschen schöner.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06028.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1169" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06028.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06028.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06028-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06028-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Das absolute Highlight ist der Blick auf Tyssedal. Okay, also nicht auf den Ort an sich, aber auf den Fjord an dem er liegt, der Sørfjord. Da lasse ich lieber ein Foto sprechen.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06035.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1184" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06035.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06035.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06035-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06035-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Nach 21,5km sind wir an unserem Ziel angekommen. Das Hotel ist im Eingangsbereich gemütlich eingerichtet und beim Check-in wird uns direkt die Karte für das Abendessen gezeigt. Ein sehr kluger Schachzug, der bei uns hungrigen Wanderern natürlich voll und ganz zieht.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Aber im Moment sind wir noch nicht gesellschaftstauglich. Da trennt uns mindestens eine lange Dusche von. Also rauf ins Zimmer. Das Zimmer besticht unmittelbar durch seinen umwerfenden 70er Jahre Charme. Die dunklen Holzdecken, die Holzwände und Türen, selbst die viereckige Holzlampe mit Gitteroptik lassen unsere Herzen höher schlagen. Auch die Schalter und Stromleitungen sind originalgetreu.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114503.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1181" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114503.jpg" alt="" width="1000" height="749" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114503.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114503-300x225.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114503-768x575.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Für einen gewagten Stilbruch sorgt hingegen der Vorhang, der mit seinem wilden Muster an die 90er Jahre erinnert.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114431.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1167" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114431.jpg" alt="" width="1000" height="749" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114431.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114431-300x225.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114431-768x575.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Das Bad strahlt in klassisch gefliestem marmoriertem Weiß an den Wänden und Blau auf dem Boden.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114027.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1162" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114027.jpg" alt="" width="1000" height="749" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114027.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114027-300x225.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_114027-768x575.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Aber es ist für ein Hotel wirklich riesig und hat ein Fenster! Perfekt! So können wir nachher das Zelt aufhängen, damit es trocknen kann. Und das Wichtigste ist, dass wir ein sauberes Zimmer haben. Da gibt es keine Staubspuren der letzten Jahrzehnte. Und jetzt müssen wir auch ehrlich sein, was soll man für so einen Preis schließlich erwarten? 😉 Deshalb ist das Hotel sicherlich auch so gut besucht. Zumindest hören wir viele unserer Mitbewohner auf Schritt und Tritt.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Nach einer ausgiebigen Dusche sind wir an Armen, Hals und Nacken immer noch braun gebrannt. Also nicht nur sehr viel gesammelter Dreck. Wir fühlen uns wie neu geboren und halten uns nun für erträgliche Gesellschaft. Zumindest was den Geruch angeht. Optisch stellen die schlammigen Wanderhosen leider weiterhin kein Highlight dar, aber eine brauchbare Alternative gibt die Kleiderkammer nicht her. Also los ins Restaurant. Die Speisekarte lässt vermuten, dass wir in einem guten Restaurant gelandet sind. Wir finden keine Sauce Hollandaise und sind froh, dass das Speisenangebot offenbar seit den 70ern weiterentwickelt wurde. Zunächst gibt es ein leckeres Bier.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220723_195513.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1179" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220723_195513.jpg" alt="" width="749" height="1000" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220723_195513.jpg 749w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220723_195513-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 749px) 100vw, 749px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Kurz darauf auch das Essen. Es sieht fantastisch aus, nur irgendwie etwas wenig. Aber häufig sind die Augen größer als der eigentliche Hunger und dann passt das schon. Heute allerdings nicht. Das Essen ist so, wie es aussieht, super! Aber davon wird die Menge nicht mehr. Während Stefan sich hungrig an sein Bierglas klammert und überlegt, ob es sinnvoller ist, noch einen neuen Hauptgang zu bestellen oder doch ein Dessert zu nehmen, suche ich per GoogleMaps nach einer Pizzaria mit Lieferdienst. Wir sind hier offensichtlich auf eine Marktlücke gestoßen, denn es gibt schlicht und einfach keine. Und wer nun meint, wir könnten hinlaufen, nein, auch das geht nicht. Denn erst im nächsten Ort wäre eine Pizzaria. 5km pro Weg. In unserem jetzigen Zustand wären wir zwar durchaus gewillt die zu laufen, nur geht der Großteil durch einen Tunnel und das sparen wir uns dann doch lieber für den Nordkapptunnel auf.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Und dann entscheiden wir uns für die günstigste Variante: Noch ein Bier. Zwei Bier sind in Norwegen umgerechnet nämlich auch locker zwei Schnitzel pro Person und das macht ja auch irgendwie satt. Und nach einer Woche wandern ist das auch noch höchst effektiv. Zwar nicht, um danach die weitere Reise sinnvoll zu planen, aber um sich gegenseitig viel Unsinn zu erzählen und abenteuerliche Pläne zu schmieden. Bevor wir tatsächlich auf die Idee kommen noch ein drittes Bier zu bestellen, bezahlen wir lieber und verschwinden auf unser Zimmer. Taktisch klug füllen wir den Wunsch nach Essen und unseren Alkoholpegel mit Whisky-Sahne-Trüffeln auf. Ein Hoch auf die gerettete Osterschokolade!</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Und dennoch planen wir um 22.30 Uhr noch die weitere Route. Und entdecken dabei ein weiteres Zimmerhighlight: Auf jeder Bettseite steht ein Nachtisch mit kleiner Stehlampe. Soweit normal. Anschalten kann aber nur ich meine, da es auf Stefans Seite keine Steckdose gibt. Da liegt das Kabel stattdessen einfach nur dekorativ auf dem Boden. Gegen halb 1 sind wir unendlich müde, aber zufrieden mit dem neuen Plan.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Morgen geht es mit dem Bus nach Dyranut und von dort aus knapp zwei Wochen durch die Hardangervidda bis nach Finse. Wir weichen dabei gar nicht mal so wahnsinnig von unserem ursprünglichen Plan ab, starten nur von der anderen Seite neu und lassen ein Stück mit zu viel Schnee aus. Was für ein Tag!</p>
<h3 class="postie-post" style="text-align: justify;">Tag 10, Wandertag 7</h3>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Wir haben uns einen Wecker gestellt, damit wir das Frühstück nicht verpassen. Aber wir sind wieder früher wach. Na gut, dann bleibt mehr Zeit für das Frühstück. Wir hoffen auf ein Buffet und haben Glück. Allerdings liegt die Kompetenz des Hotels/Restaurants wohl eher beim Abendessen. Was den Brötchen an Bräunung fehlt, mach der Salat locker wett. Wir wollen unseren Körper aber auch nicht zu sehr mit frischem Gemüse verwöhnen, nachher kommt der noch auf dumme Gedanken. So gibt es stattdessen einfach Brötchen und Brot mit Belag und ich esse noch ein Müsli. Trotz unseres ausgehungerten Zustandes gestern, können wir nicht übermäßig viel essen. Wie man es auch macht&#8230; Nach dem Frühstück schauen wir uns noch kurz in den weiteren Räumen um. Überall hängen Kunstwerke, die alte Szenen aus dem norwegischen Landleben oder Folklore darstellen. Uns gefallen besonders die Gemälde von Nils Bergslien, der sich kritisch mit den Eingriffen des Menschen in die Natur auseinandersetzt. Und das schon vor ca. 100 Jahren.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Anschließend genießen wir jeder noch eine lange und heiße Dusche. Wer weiß, wann es die nächste gibt. Dann packen wir und laufen ein paar Meter zum Einkaufsladen. Wir müssen noch kurz warten, dann öffnet er um 12 Uhr. Wir brauchen ein bisschen Nachschub für das Frühstück und ein paar Snacks für Zwischendurch. Außerdem wollen wir unseren Vorrat an Sonnencreme und Mückenschutz aufstocken. Der Tante Emma Laden verkauft auch beides. Für jeweils knapp 17 Euro. Das finden wir ganz dezent übertrieben und kaufen nur die Sonnencreme. In Anbetracht des angekündigten Starkregens heute erscheint uns das die sinnvollere Wahl. 😂</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Kaum sind wir aus dem Laden raus, begrüßt uns der Regen. Ausgerechnet bei sowas muss die Wettervorhersage stimmen&#8230; Der Bus verspätet sich etwas und da wir einmal umsteigen müssen und zwischen den Bussen nur zwei Minuten Wechselzeit besteht, werden wir etwas nervös. Als wir den Busfahrer fragen, ob wir den zweiten Bus denn kriegen können, antwortet er achselzuckend: &#8222;Vielleicht&#8220;. Na danke. Dafür kostet die rund zweistündige Busfahrt für uns beide zusammen nur erfreuliche 8 Euro. Es ist nicht alles teuer in Norwegen.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Kurz vor dem ersten Zwischenstop erleben wir noch eine kleine Besonderheit. Wir fahren durch einen Kreisverkehr im Bergtunnel. Das ist selbst in Norwegen einmalig. Der Anschlussbus ist anscheinend auf Verspätungen eingestellt und wartet. Wir steigen ein und sind direkt entspannt, dass wir unsere Wanderung nun wie geplant fortsetzen können. Als wir in Dyranut ankommen, hat der Regen freundlicherweise aufgehört. Wir ziehen uns dennoch wetterfest an, da die Wolken düster sind.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_151116.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1199" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_151116.jpg" alt="" width="1000" height="749" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_151116.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_151116-300x225.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-20220724_151116-768x575.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Als wir auf den Wanderweg starten, wünscht uns eine Frau viel Glück. Ich bin mir unsicher, ob das ein freundlicher Gruß ist oder ob ich mir besser Sorgen machen sollte.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06041.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1187" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06041.jpg" alt="" width="1000" height="681" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06041.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06041-300x204.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06041-768x523.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Der Weg stellt sich für den heutigen Tag aber als einfach raus. Das trifft sich gut, da meine Beine noch sehr müde vom gestrigen Tag sind. Die 1400 Höhenmeter abzusteigen war wohl doch anstrengend für die Muskulatur&#8230; Theoretisch könnten wir also völlig entspannt laufen und mal richtig gut vorankommen. Da das ja total langweilig wäre, bläst uns zur besseren Unterhaltung pausenlos ein extremer Wind ins Gesicht. Wir sind froh, über eine weite Ebene zu laufen und nicht an irgendwelchen Hängen, da uns so trotz Wind nicht viel passieren kann. Andererseits gibt es natürlich auch keinerlei Windschutz. Nach kurzen 8 Kilometern erklären wir den Wandertag für beendet und versuchen eine möglichst windgeschützte Ecke zu finden. Das gelingt uns eher mittelmäßig, aber wir sind zufrieden.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06058.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1171" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06058.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06058.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06058-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06058-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Pünktlich zum einsetzenden Regen sitzen wir im Zelt. Ich portioniere als erstes das Frühstück für die nächsten Tage (es gibt Haferflocken mit Rosinen) und dann wird gegessen. Viel mehr passiert nicht mehr. Wir hören noch ein bisschen Podcast (Psychologie to go) und dann schlafen wir. Endlich wieder im Zelt. Uns kommt es heute nämlich so vor, als wäre das letzte Mal ewig her. Verrückt, was so eine einzelne Hotelnacht ausmacht.</p>
<h3 class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06055.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1195" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06055.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06055.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06055-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06055-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></h3>
<h3 class="postie-post" style="text-align: justify;">Tag 11, Wandertag 8</h3>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Die Nacht ist gut. Ich werde einmal vom Regen geweckt, schlafe dann aber wieder ein und plötzlich ist es schon nach 8 Uhr. Stefan ist bereits wach, aber auch noch nicht so ganz motiviert. Ich brauche ein bisschen, um die Augen richtig öffnen zu können. Beim Strecken merke ich meine Beine ganz gut. Da hat die kurze Strecke gestern wohl nicht als Pause gereicht. Es regnet immer mal wieder. Unsere Motivation war schon mal größer. Um viertel nach 10 haben wir dennoch alles gepackt und machen uns auf den Weg.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06075.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1159" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06075.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06075.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06075-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06075-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Erstmal ist es regenfrei, der Wind vom gestern bläst aber unverändert. Am liebsten frontal von vorne, gelegentlich von der Seite und nie von hinten. Nach Süden laufen ist windtechnisch wohl eher die falsche Richtung. Aber zumindest kann ich meine Windjacke austesten. Die nutze ich sonst nur beim Radfahren und hatte sie bisher im Rucksack. Das geht ja nicht! Und sie bewährt sich bestens. Etwas dünner als die Regenjacke und trotzdem wärmend. Die kommt nächstes Jahr mit!</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Immer mal wieder blitzt sogar kurzzeitig die Sonne durch. Der Weg ist heute wieder total einfach zu gehen. Zuerst folgen wir dem normalen Wanderweg und dann einer breiten Straße, die einem Feldweg ähnelt. Da es ein paar Ferienhäuser in der Umgebung gibt, wird die Straße auch von Autos genutzt. Die sehen wir heute aber nicht. Stattdessen sind wieder einige Wanderer unterwegs. Die Wege wirken allesamt so, als wäre dort generell mit mehr Wanderbetrieb zu rechnen. Es gibt regelmäßig Brücken oder Holzbohlen, teilweise sind sogar sumpfige Stellen mit Brettern ausgelegt. Das kennen wir sonst nur aus Schweden. Die Norweger sind da eher pragmatisch veranlagt, so nach dem Motto: &#8222;Wer hier laufen will, muss mit den Umständen klarkommen&#8220;. Wir genießen den Luxus, sparen wir uns so doch einiges an Sumpf.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06097.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1157" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06097.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06097.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06097-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06097-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Heute machen wir tatsächlich nach ungefähr jeder Stunde eine Pause. Nach der ersten Stunde hakt die Motivation immer noch. Wir beschließen beide, uns mit Musik oder Podcast abzulenken. Mit Hagrids Hütte auf den Ohren (oder eher einem Ohr, ich will meine Umgebung schließlich noch hören) geht es etwas besser, aber wesentlich lockerer läuft es noch nicht. Wieder eine Pause weiter entscheide ich mich, Podcast gegen Musik zu tauschen und damit platzt der Motivationsknoten. Hat mir das gefehlt! Gut anderthalb Wochen keine Musik. Normalerweise undenkbar. Ich lege ordentlich an Tempo zu und freue mich über die bunte Mischung auf meinem Ohr. Trotz des Gegenwindes kommen wir zügig voran und sind um 15.30 Uhr schon an der Sandhaug-Hütte, nach 16km.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06098.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1191" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06098.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06098.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06098-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06098-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Wir gönnen uns eine Pause an der voll bewirtschafteten Hütte. Waffeln gibt es auch hier nicht, also bestellen wir ein Sandwich. Die Bedienung beschreibt es als irgendwas mit Fleisch und Ei, also rechnen wir mit einem gut belegten Brötchen. Daher sind wir überrascht, als das Essen kommt. Unser Sandwich besteht aus einer Scheibe Brot mit einer Frikadelle, darauf ein Spiegelei. Garniert wird das Ganze von ein paar Scheiben Tomate und Gurke. Wir freuen uns über die unerwartete Zwischenmahlzeit. Lecker! Das Sofa, auf dem wir sitzen, ist sehr gemütlich. Aber uns ist es noch zu früh zum Aufhören, also ziehen wir zügig unsere Schuhe und inzwischen auch Regenkleidung an und wollen weiter.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Und dann entdecke ich etwas, was mich jubeln lässt. Vor der Hütte liegt eine herrenlose Flasche Autan! Da haben wir uns gestern wohl richtig entschieden, als wir kein Mückenmittel gekauft haben. Die Flasche wandert sofort in meinen Rucksack. Manche Dinge fügen sich halt von selbst.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Kurz hinter Sandhaug queren wir über zwei Brücken einen Fluss, der zu dem großen See vor Ort gehört.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06103.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1165" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06103.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06103.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06103-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06103-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Die Brücken sind so toll konstruiert, dass man nicht nur während der Überquerung sondern auch noch viele Meter danach das Gefühl hat, bei jedem Schritt zu schwanken. Stefan fühlt sich direkt ermuntert, wieder einen Ballermann-Hit anzustimmen. Zum Glück höre ich aber nach wie vor Musik und kann das gekonnt überblenden.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Wir wissen, dass nach der Sandhaug-Hütte zeitnah die Besso-Hütte kommt. Unser Plan ist es, kurz dahinter zu zelten. Nach guten 20km sollte es dann reichen. Offenbar gehen die meisten Leute aber nicht weiter, denn plötzlich hört der Weg-Luxus auf und nun dürfen wir uns selbst Wege durch die Sumpflandschaft suchen.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06107.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1186" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06107.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06107.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06107-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06107-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Immer wieder kommen dicke Regenschauern. Der Boden steht ordentlich unter Wasser. Nach fünf Kilometern können wir die Besso-Hütte sehen.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Nun ereignet sich in meinem Körper folgendes Schauspiel: &#8222;Kopf an Körper, Kopf an Körper! Hütte erreicht. Ab jetzt nicht mehr lange wandern. Tagesziel erreicht. Over.&#8220; Der Körper beschließt daraufhin AUGENBLICKLICH müde zu werden und diverse Stellen zu finden, die weh tun. Vorzugsweise Schultern, Beine und Füße. Das passiert grundsätzlich, sobald man in die Nähe des erwarteten Kilometerziels kommt. Ganz egal, ob es 7 oder 35 Kilometer sind. Da wir uns aber weiter in Sumpfhausen befinden, müssen wir erstmal einen geeigneten Zeltplatz finden, noch dazu mit Wasseranschluss (wie Georg, Stefans Vater, sagen würde). Wasser ist reichlich vorhanden, allerdings nicht nur im See, sondern auch an jeder Stelle, die für unser Zelt theoretisch passen könnte. Also immer weiter. Der Kopf macht das gut mit und bleibt entspannt, der Körper zeigt sich aber weniger flexibel und mutiert zum nörgelnden Kleinkind. &#8222;Ich bin müde, ich will nicht mehr, wie lange nooooch?&#8220; sind ein paar der vorhandenen Sprüche, die er auf Lager hat. Als kleinen Zusatz dürfen wir auch endlich wieder zwei Schneefelder queren. Die sind aber sehr klein und sehr fest. Und dann finden wir doch noch eine Stelle für das Zelt. Nach nunmehr 25 gelaufenen Kilometern wächst das Bedürfnis nach Feierabend im gleichen Maße, wie die Ansprüche an den Zeltplatz sinken. Sagen wir so: Das Zelt passt hin, Wasser ist in wenigen Metern zu erreichen und bestimmt sind wir so müde, dass wir die Schräglage gar nicht mehr richtig bemerken&#8230; hoffen wir jedenfalls sehr.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06117.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1177" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06117.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06117.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06117-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06117-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Stefan sucht sich zum Abendessen Kartoffelpürree mit Linsen aus, für mich gibt es Nudeln in Knoblauch-Parmesan-Soße. Beim ersten Löffel merke ich, dass ich die Knoblauchdosierung beim Zusammenstellen der Gerichte eventuell etwas übertrieben habe. Zum Glück mag ich Knoblauch sehr gerne und so müssen wir uns in dieser Nacht erst recht keine Sorgen vor unliebsamen Besuchern machen. Meine Knoblauchfahne riecht man garantiert noch in einem weiten Umkreis.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06112.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1178" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06112.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06112.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06112-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06112-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<h3 class="postie-post" style="text-align: justify;">Tag 12, Wandertag 9</h3>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Die Schräglage war tatsächlich nicht allzu störend. Zu den Füßen hin konnten wir sie gut ausgleichen und seitlich hatte nur Stefan einen leichten Drang nach links hin zu meiner Seite. Er hat mich aber in der Nacht zum Glück nicht überrollt. Gegen 1 Uhr in der Nacht hatte der Wind aufgefrischt. Aber mit Oropax war die restliche Nacht gut auszuhalten. Wir sind relativ früh wach, wollen aber nicht aus den warmen Schlafsäcken raus. In der Nacht hatten wir 6°C im Zelt. Das bemerken wir aber nicht. Im Schlafsack ist es kuschelig warm. Immer mal wieder fegt leichter Regen über unser Zelt.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Stefan möchte sich heute morgen nur auf Abstand mit mir unterhalten. Angeblich atme ich eine dezente Knoblauchnote aus. Ich leugne das standhaft (obwohl es mir so vorkommt, als hätte ich die Nacht über auf einer kompletten Koblauchknolle rumgekaut).</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Wir kuscheln uns nochmal so richtig ein und dösen bis 10 Uhr. Das wird wohl eher ein später Start heute. Damit ich wirklich wach werde, starte ich mit einer unfreiwilligen Frühsporteinheit. Beim Wasser kochen lasse ich kurz den selbstgebastelten Windschutz für den Kocher los und weg ist er. Unser Platz liegt oberhalb eines Sees und ich sehe den Windschutz schon auf nimmer Wiedersehen davon fliegen. Mit mehr Glück als Verstand renne ich über die abschüssigen Felsen hinunter zum See und erwische den Windschutz gerade noch. Das reicht dann bitte an Aufregung für heute.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Das lange Rumliegen hat sich aber bezahlt gemacht, da wir eine lange Schauer abgepasst haben und nun regenfrei starten können. Die letzten beiden Tage dachte ich, es sei windig gewesen. Doch heute hat der Wind eine neue Dimension angenommen. Er gibt wirklich alles, um uns zu Fall zu bringen. Wir müssen uns immer wieder mit aller Kraft gegen den Wind stemmen, um weitergehen zu können. Das zerrt schnell an den Kräften. Und kalt ist es noch dazu. Zumindest, bis man sich warmgelaufen hat. Das dauert heute leider etwas länger. In mir schwebt kurz der Gedanke Handschuhe anzuziehen, aber den verwerfe ich dann doch zügig. Nötig sind die eindeutig noch nicht, wenn denn die Hände warm geworden sind. Den ersten Kilometer über fühlen sie sich eher an wie Eisklötze. Zumindest riskiere ich damit nicht, meine Wanderstöcke zu verlieren, denn aus der Griffhaltung kommen meine Hände so schnell nicht mehr raus. Ich versuche mich wieder mit Musik bei Laune zu halten. Das klappt heute nur mittelmäßig. Auch Stefan hat ordentlich mit dem Wind zu kämpfen. Wir sind froh über eine erste Pause nach gut einer Stunde. Einen geeigneten Platz zu finden, bei dem man mal fünf Minuten Windpause hat, ist aber nicht leicht. Und frisch ist es dennoch.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06125.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1200" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06125.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06125.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06125-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06125-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Die Pause fällt also kurz aus. Und sobald man aus der geschützten Ecke kommt, peitscht einem der Wind direkt wieder um die Ohren. Ohje, das soll was werden. &#8222;This storm is beautiful&#8220; singt mir da plötzlich Justin Sullivan ins Ohr und ich muss unwillkürlich grinsen. Auch eine Sichtweise. &#8222;So today is a good day!&#8220; singt er weiter. Na gut, da gehe ich einfach mal mit. Es regnet nicht, der Weg ist ganz gut zu gehen und so ändert sich meine Haltung um 180 Grad und die Laune steigt erheblich. Da macht mir der Wind gleich viel weniger aus. Stefan hört aber offenbar andere Musik als ich, denn seine Laune sinkt Stück für Stück. Er sieht mich ziemlich ungläubig an, als ich ihm sage, dass es mir total gut geht und ich locker weiterlaufen kann.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Nur bei den Flussquerungen müssen wir heute, Laune hin oder her, besonders aufpassen. Überall liegen genug Steine, so dass man keine nassen Füße bekommt. Da man aber nie weiß, ob der nächste Stein wackelt oder rutschig ist, ist Vorsicht geboten. Wenn einen dann genau in dem Moment eine Windböe erwischt, sieht es schlecht aus. Wir brauchen also ein bisschen länger und verharren teilweise mitten im Fluss auf einem Stein, bevor der nächste angegangen werden kann.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Bei der zweiten Pause ist Stefans Stimmung ganz am Boden. Sein linker Fuß macht ihm totale Probleme. Jeder Schritt schmerzt. Da hätte ich auch keinen guten Tag, kein Wunder. Dennoch beschließen wir, weiter bis zur Litlos-Hütte zu gehen. Die kennen wir schon von letzter Woche und nehmen dort nun quasi fast den ursprünglichen Weg wieder auf.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06139.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1197" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06139.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06139.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06139-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06139-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Ich vermute, dass wir an der Hütte enden werden, so wie es Stefan geht. Irgendwann entscheidet mein einer Kopfhörer, dass er nicht mehr richtig funktionieren will. Die Musik ist nur noch sehr leise zu hören. Da ich zum Laufen ohnehin nur einen benötige, nehme ich den anderen. Der funktioniert noch. Vielleicht lässt sich der Fehler heute Abend im Zelt beheben.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Auf den letzten fünf Kilometern holt der Sturm dann nochmal ungeahnten Schwung und zerrt allmählich nicht mehr nur an Kleidung und Rucksack, sondern auch an meinen Nerven. Ende mit beautiful Sturm. Sowas von. Zudem stellt Stefan fest, dass wir laut Planung eigentlich nur 230 Höhenmeter gehabt hätten. Da waren wir dann allerdings schon bei über 800 gelaufenen Höhenmetern. Ich fühle mich so langsam ganz schön kaputt. Stefan blüht hingegen auf, weil sein Fuß nicht mehr schmerzt. Wahrscheinlich war der Schuh falsch geschnürt. Wenn man das mal immer direkt wüsste.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Irgendwann sagt Stefan, dass jetzt nur noch eine Sportplatzrunde an Strecke vor uns liegt. Also noch 3,4 Kilometer. Die Sportplatzrunde gehen wir zuhause, wenn wir nicht so richtig motiviert zum Laufen sind. An einem Bach holt Stefan neues Wasser. Das schmeckt aber komisch, also sofort weg damit. Ich entscheide, dass wir bis zur Hütte einfach durchlaufen und keine Trinkpause mehr machen. Eine eher dumme Entscheidung, da wir bisher kaum etwas getrunken haben. Auf den nächsten Metern wird mir prompt etwas schummerig, so dass der nächste Bach doch genutzt wird. Besser! Meine einzige Motivation ist nun in der warmen Hütte zu sitzen und etwas Warmes zu essen.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06142.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1196" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06142.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06142.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06142-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06142-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Doch als wir die Hütte betreten, erfahren wir, dass ab halb 5 nur noch ein Abendessen bestellt werden kann. Nein danke, das haben wir selbst dabei. Ich ärgere mich total. Es ist jetzt 17 Uhr und damit ja wohl noch viel zu früh für&#8217;s Abendessen. Stattdessen essen wir eine Tüte Chips. Die helfen gegen den Pausenhunger aber nur wenig. In der Hütte ist viel los und wir wollen noch ein bisschen weiter, um einen schönen Zeltplatz zu finden. Auch das dauert noch eine Weile, aber dann stehen wir sogar einigermaßen windgeschützt.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06148.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1155" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06148.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06148.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06148-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06148-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Heute waren wir knappe 20 Kilometer unterwegs. Die Höhenmeter und vor allem der Wind haben uns aber ganz schön fertig gemacht. Für die nächsten Tage ist bestes Wetter angekündigt. Sonne und so gut wie kein Wind. Wir hoffen inständig, dass das auch so eintrifft.</p>
<h3 class="postie-post" style="text-align: justify;">Tag 13, Wandertag 10</h3>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Mir tut der Rücken sooo weh. Der untere, um genau zu sein. Denn genau in dem Bereich scheint unter meiner Matte ein Stein oder irgendwas anderes zu sein. Das ist mir gestern Abend aber nicht mehr wirklich aufgefallen. Zu blöd. Ich bin richtig gerädert. Stefan liegt hingegen sehr bequem, so dass wir kurz die Seiten tauschen. Da entspannt sich mein Rücken zum Glück wieder ein bisschen. Es ist immer noch windig, aber weniger als gestern und vor allem scheint die Sonne. Herrlich! Wir frühstücken heute draußen.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06156.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1176" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06156.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06156.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06156-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06156-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Zwar müssen wir uns dazu warm anziehen, aber es ist trotzdem schön. Danach geht es ins Zelt zum Packen. Und da geht die Misere los. Stefans Uhr hat immer wieder Probleme mit der Kompass-Funktion. Und Garmin kriegt das Problem seit Monaten nicht gelöst. Also muss die Uhr neu gestartet werden, in der Hoffnung, dass es dann läuft. Nur hängt die Uhr heute komplett und startet gar nicht mehr. Stefans Laune ist, freundlich ausgedrückt, im Keller. Es gibt die ein oder andere wüste Schimpftirade über Garmin. Irgendwie muss ein Reset über die Knöpfe der Uhr möglich sein, nur kennen wir die Kombination nicht. Internet gibt es natürlich auch keins. Und in solchen Fällen ziehen wir dann den Satellitenmessenger-Joker namens Anne (Stefans Mutter). Wenn wir wirklich dringend Infos aus dem Internet brauchen oder aber etwas akut geregelt werden muss, schicken wir ihr mit unserem InReach eine Nachricht und Anne hilft uns schnellstmöglich und zuverlässig. Heute geht die Bitte nach der Reset Kombination raus. Währenddessen geben wir aber nicht auf. Stefan entdeckt, dass er die Anleitung auf dem Handy hat. Und in der steht einfach nichts zu dem Thema. Wie bescheuert ist das denn? Ich drücke weiter fröhlich diverse Tastenkombinationen und irgendwann, tadaaa, klappt es und die Uhr startet sich neu. Die Freude ist jedoch weiter verhalten, da die Uhr nun auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt ist und zum einen alle individuellen Einstellungen weg sind, aber auch die Tracks der letzten Tage sind futsch. So gut kann ein Tag also starten. An dieser Stelle sagen wir trotzdem nochmal vielen Dank für deine Bemühungen, Anne!</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Nach dem Durcheinander ist es spät. Wir gehen erst um viertel vor 12 los. Das ist heute aber nicht so schlimm, da wir nur eine kurze Strecke laufen.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06157.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1168" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06157.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06157.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06157-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06157-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Wir wollen bis zum Fuß des Harteigen, dort das Zelt aufbauen und bei guten Wetterbedingungen morgen dort hinauf. Die Sonne auf dem Weg ist herrlich, aber der Wind eiskalt. Ständig geht es bergauf, so dass uns trotzdem warm wird. Wir bemerken nun deutlich, dass wir wieder in dem Gebiet unserer ersten Urlaubswoche unterwegs sind. Hier liegt einfach noch wahnsinnig viel Schnee.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06170.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1160" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06170.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06170.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06170-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06170-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Zum Glück erleben wir aber keine so komplexen Stellen wie vorher. Bei jedem Schneefeld wird uns wieder und wieder bewusst, dass die Entscheidung für die veränderte Routenplanung richtig war. Der Schnee ist massiv aufgeweicht und schwer zu gehen. Ständig rutscht man weg und kann nur mühsam Halt finden. Immer wieder sehen wir meterhohe Schneewände an Bergkanten liegen. Es ist absolut beeindruckend! Auf einem nur leicht steigenden und nicht weiter besonderen Stück Weg will ich mich zu Stefan umdrehen, um ihm etwas zu sagen &#8211; und falle um. Mal wieder typisch für mich. Ich liege wie ein Käfer auf dem Rücken im Gras und muss einfach nur lachen. Eigentlich liege ich sogar ganz bequem. Stefan nutzt die Gelegenheit natürlich direkt für ein Foto, schließlich ist ja nichts passiert.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06175.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1146" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06175.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06175.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06175-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06175-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Trotzdem belegt der &#8222;Sturz&#8220; aktuell nur Platz 3 meiner persönlichen Rangliste. Platz 2: Wir laufen Richtung Sandhaug über einen Feldweg. Es gibt nichts. Der Weg ist breit, keine Steine liegen herum. Da stolpere ich zielsicher über meine eigenen Füße. Und mein persönlicher Platz 1 ist so dumm, dass ich wirklich nicht sicher war, ob ich das veröffentlichen, geschweige denn Stefan überhaupt davon erzählen will&#8230; Es war die Treppe im Hotel😂 ich habe mich auf der zweiten Stufe nach oben richtig schön lang gemacht. Zum Glück war da gerade niemand vor oder hinter mir.<br />
Es sind also offenbar nicht die kritischen Stellen, die für mich eine Gefahr darstellen.<br />
Heute machen wir wieder regelmäßige Pausen.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06166.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1174" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06166.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06166.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06166-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06166-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Allmählich merken wir, dass dabei unser Hunger etwas wächst. Abends kommen wir mit der Hauptmahlzeit gut aus. Nur zwischendurch darf es jetzt mal ein bisschen mehr Schokolade sein oder auch ein paar mehr Trockenfrüchte. Dann läuft es sich anschließend deutlich besser. Trotzdem hält sich Stefans genervte Laune vom Morgen bzw. kommt sie stellenweise wieder hervor. &#8222;Das kann doch nicht sein, dass man von 100 auf der Ebene sofort auf -50 schaltet, sobald ein Berg kommt!&#8220; lässt er seinen Frust raus. Ich fühle mich heute allerdings ähnlich. So als wäre das der allererste Wandertag und ich hätte seit ewigen Zeiten keine Steigung mehr gelaufen. Also gut, dass die Strecke kurz ist. Zwischendurch kommen uns zwei Männer entgegen. Wir unterhalten uns kurz und die beiden erzählen, dass sie auf dem Harteigen gewesen sind. Das sei momentan wohl etwas für die, &#8222;die es wirklich wissen wollen&#8220;. Na super, sprecht uns ruhig Mut zu. Kurz vor dem Gipfel könnte es schwierig werden. Bei dem Wind heute ist es für uns sowieso keine Option, also abwarten, was der nächste Tag bringt und im Zweifel umdrehen, wenn es zu schwierig ist. Aber versuchen wollen wir es auf jeden Fall, sofern das Wetter mitspielt. Der Harteigen ist während des Wanders von Anfang an immer wieder in unserem Blick gewesen. Gestern war er noch wolkenverhangen, aber heute blicken wir wieder und wieder auf ein großartiges Panorama.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06197.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1198" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06197.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06197.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06197-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06197-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Es macht richtig Spaß zu sehen, wie wir uns dem Berg beständig nähern. Allmählich nähern wir uns der Gegend, in der wir einen Zeltplatz suchen wollen.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06203.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1173" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06203.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06203.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06203-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06203-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Da spricht uns eine Frau mit ihrer Tochter auf Englisch an. Sie suchen den richtigen Weg. Ich bin etwas verwirrt, weil es aktuell nur einen Weg gibt und der auch gut markiert ist. Stefan ist sich nun auch unsicher und schaut lieber auf der Karte nach. Dann setzt er aus Reflex auf Deutsch mit der Erklärung an, bemerkt seinen Fehler und will gerade wieder ins Englische wechseln, da sagt die Frau, dass Deutsch schon auch in Ordnung wäre. Sie kämen auch aus Deutschland. Wir gehen bis zum nächsten Hügel, auf dem Mann und Sohn warten und erzählen noch ein bisschen. Sie waren auch total überrascht über die Schneemengen, die hier noch liegen. Im letzten Jahr sei wohl alles schneefrei gewesen. Und dabei ist dieses Jahr eigentlich gar nicht allzu viel Schnee gefallen, doch in dieser Ecke der Hardangervidda sieht das anders aus. Auch gestern, als wir uns durch den Wind geschlagen haben, konnten wir gut sehen, dass in den Bergen (aka die ursprüngliche Route) dichte Nebel- und Regenwolken hängen. Wenn das im Winter oder eher bei kaltem Wetter auch so ist, wundern uns die Schneewände nicht. Wir verabschieden uns von der Familie und finden kurz darauf unseren Platz für mindestens eine, wahrscheinlich aber für die nächsten zwei Nächte.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Wir blicken direkt auf den Harteigen, von dessen Gipfel uns jetzt nur noch 1,5km und ein paar hundert Höhenmeter trennen. Bei dem tollen Wetter müsste man eigentlich draußen sitzen bleiben. Es weht aber immer noch und ich habe inzwischen das Gefühl, dass der Wind in meinen Knochen sitzt. Nach dem Zeltaufbau verkrieche ich mich so schnell es geht in meinen Schlafsack. Trotzdem will mir nicht so wirklich warm werden. Erst nach einem ausgiebigen Abendessen, bestehend aus Hauptmahlzeit und Nachtisch, kann ich mich in meinem Schlafsack richtig wohl fühlen. Da waren heute wohl ein paar Kalorien mehr nötig. Dann ist es aber herrlich warm und gemütlich. Für die Nacht sind 2 Grad vorausgesagt. Auf knapp 1500 Metern wird es halt schnell etwas frischer. Bei den gegenüberliegenden Schneefeldern gibt es kleine Seen, die allmählich wieder zu frieren. Uns ist das alles egal und wir schlafen seelenruhig ein.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06221.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1175" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06221.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06221.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06221-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220728-DSC06221-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<h3 class="postie-post" style="text-align: justify;">Tag 14, Kleiner Wander-, großer Pausentag 11</h3>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Die Nacht war herrlich. Wir haben so gut geschlafen wie noch nie in diesem Urlaub. Die angekündigte Temperatur in der Nacht war tatsächlich da, aber als wir aufwachen strahlt die Sonne bereits und der Tag verspricht traumhaft zu werden. Wir stehen aber nicht direkt auf, sondern beschäftigen uns erst mit ein paar anderen Sachen. Stefan sortiert die Fotos, ich schreibe den Bericht von gestern.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Aber dann geht es vor die Tür und es ist herrlich warm und die Bedingungen können nicht besser sein, um einen Aufstieg zum Harteigen zu wagen. Vorher geht es aber zum Fluss hinter unserem Zeltplatz. Den funktionieren wir kurzerhand zu unserem privaten FKK Strand um und genießen eine ausgiebige Wäsche. Besonders meine Haare freuen sich über die Seife, auch wenn mir die Wäsche nicht ganz leicht fällt. Ich bin erstaunt, dass aus der Wasserflasche Wasser fließt und mir keine Eiswürfel auf den Kopf fallen, so kalt wie das ist. Das anschließende Sauberkeitsgefühl ist unbezahlbar. Das machen wir morgen direkt nochmal!</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Das Frühstück gibt es heute in der Sonne und dann werden die wichtigsten Sachen für den Aufstieg gepackt. Warme Jacken, Verpflegung für unterwegs sowie das erste Hilfe Set. Sicher ist sicher.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Der Weg zur Aufstiegsstelle ist schnell gegangen. Dort zeigt ein Schild, nun ja, die Richtung zum Aufstieg. Ergänzt wird das Schild durch die Aussage &#8222;unmarkierter Weg&#8220;. Vorgänger haben durch Steintürmchen aber eine ungefähre Route vorgegeben. Effektiv läuft man durch ein Geröllfeld den Berg hoch.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06231.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1151" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06231.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06231.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06231-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06231-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Mühsam, aber gut machbar. Auf halber Höhe werden wir von Deborah, einer Schweizerin, eingeholt. Sie bittet uns im Falle eines Absturzes ihren Notfallsender auszulösen. Eine etwas skurrile Situation.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Dann geht sie zügig weiter den Berg hinauf. Wir kommen in unserem Tempo gut voran, denken aber an der ein oder anderen Stelle schon, dass es spannend wird, hier wieder hinunter zu kommen. Dann stehen wir unterhalb des Schneefeldes, von dem wir gestern gehört haben. Das sieht tatsächlich gruselig aus, geht es doch einfach in extrem steiler Ausrichtung den Berg hoch. Deborah steht etwas weiter oben und bemüht sich, uns Tipps zu geben. Bis zur Hälfte des Schneefeldes hangeln wir uns an dem Felsen entlang. Dem Schnee wollen wir möglichst ausweichen. Hier abrutschen würde bedeuten, den ganz schnellen Weg nach unten zu nehmen. Ab jetzt müssten wir uns noch ein Stück über die Felsen hochziehen und dann wäre das schlimmste Stück wahrscheinlich geschafft. Aber kommen wir hier nachher wieder sicher runter? Unsere Berg(steiger)erfahrung hält sich ehrlich gesagt mehr als in Grenzen und uns wird das hier zu heikel. Die Aussicht von unserem Punkt aus ist aber toll, so dass sich der Aufstieg in jedem Fall gelohnt hat. Wir suchen uns eine Stelle, an der wir relativ entspannt sitzen können und genießen den Ausblick.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06241.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1149" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06241.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06241.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06241-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06241-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06244.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1147" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06244.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06244.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06244-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06244-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Langsam geht es danach vorsichtig den Berg hinab. Schnell sein wollen wir auch gar nicht. Zu schön ist es und außerdem haben wir Deborah versprochen abzuwarten, ob sie auch auf dem Rückweg wieder heil am Schneefeld vorbeikommt. Das gelingt ihr aber problemlos.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Am unteren Bergdrittel setzen wir drei uns auf ein paar Felsen und erzählen ein bisschen. Dabei erfahren wir, dass sie vor einigen Tagen die Strecke zur Trolltunga gegangen ist, die wir so anstrengend und kritisch fanden. Deborah sieht das ebenso und berichtet, dass einige Schneebrücken schon eingebrochen sind. Allzu lang haben die also wohl tatsächlich nicht mehr gehalten. Als Dankeschön für&#8217;s Warten bekommen wir eine Tafel Lindt-Schokolade mit 90% Kakao. Wir sind hellauf begeistert! Vielen Dank dafür. 🙂</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06267.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1152" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06267.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06267.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06267-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06267-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Um 13 Uhr sitzen wir wieder am Zelt. Da bleibt noch viel Zeit zum entspannen. Den Nachmittag über liegen wir einfach viel rum, im Zelt oder draußen in der Sonne. Spielen ein bisschen Karten, hören Musik und essen die geschenkte Schokolade. Als Bonus können wir die schließlich einfach so essen, ohne dass unsere eigentlichen Vorräte schrumpfen. Herrlich!</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Während wir gerade auf einem Felsen rumliegen, stehen plötzlich zwei Leute auf &#8222;unserem&#8220; Hügel. Ihr habt euch vertan, der Weg geht unten lang. Offenbar suchen sie aber nach einem Zeltplatz. Und den finden sie dann auch, nicht allzu weit von uns entfernt. Natürlich dürfen sie das, aber auch in hunderten Metern Umkreis, also ohne weit zu gehen, gäbe es unendliche Zeltmöglichkeiten. Da müssen sie doch nicht ausgerechnet hier fast neben uns zelten? Verrückt! Nach dem Abendessen gehen wir noch kurz zu dem gegenüberliegenden See, auf dem noch kleine Eisschollen schwimmen.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06281.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1150" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06281.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06281.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06281-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06281-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Allerdings sind dort auch echt viele Mücken zum Sightseeing unterwegs, so dass wir nur kurz dort bleiben. Im Zelt nähe ich noch schnell Stefans Hose. Eine Naht hatte sich gelöst. Mit Nadel und Zahnseide ist das Loch aber schnell geflickt. Morgen wird wieder richtig gewandert. Und das ist auch gut so. Das Wetter soll noch stabil bleiben. Es könnte also nicht besser laufen.</p>
<h3 class="postie-post" style="text-align: justify;">Tag 15, Wandertag 12</h3>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Nachdem die Nacht gestern so toll war, hätte die heutige auch so sein sollen. Sollte man meinen. Aber Pustekuchen. Über den Tag hat mir wohl jemand heimlich Steine unter meine Zeltseite gelegt. Jedenfalls können die gestern noch nicht dort gewesen sein. Vielleicht habe ich meine Matte aber auch nur ungünstig verschoben. Das war jedenfalls nichts.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Zum wach werden geht es wieder ans Flussufer. Leider ist die Wassertemperatur nicht angestiegen. Dafür sorgt der Wind dafür, dass es sich noch kälter anfühlt. Brrrrr. Was tut man nicht alles für ein bisschen Frische. Zum Frühstück geht es dann schleunigst wieder ins Zelt. Wir müssen uns erstmal aufwärmen. Heute packen wir unsere Sachen und sind endlich mal wieder &#8222;früh&#8220; unterwegs, um 9.40 Uhr. Der erste Kilometer ist uns noch gut bekannt von gestern. Dann geht es ziemlich schnell ordentlich bergab in das nächste Tal.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06298.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1142" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06298.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06298.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06298-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06298-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Leider werden wir dafür heute auch wieder ordentlich einen anderen Berg hinauf wandern müssen. Das Wetter ist herrlich. Sobald wir nicht mehr oben am Berg stehen, lässt der Wind nach und wir können die Jacken ein- und die Sonnencreme auspacken.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Die Abstiege sind teilweise ziemlich steil und manchmal noch verschneit. Bei einem Schneefeld stelle ich bei den ersten Schritten fest, dass ich dort wohl eher nicht vernünftig zu Fuß runterkomme und setze mich stattdessen kurzerhand hin (Anmerkung des Lektors: Das entspricht nicht ganz der Wahrheit, Hinfallen wäre hier treffender). Rutschend klappt der Weg hinab hervorragend!</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Kurz darauf haben wir schon einen ersten Blick auf den Hardangerjøkulen, den Hardangervidda-Gletscher. Den schauen wir uns aber bald noch aus der Nähe an. Als wir am Fluss kurz die Wasserflasche auffüllen, passiert es: ich bekomme meine ersten zwei Mückenstiche. Eigentlich ein guter Schnitt für zwei Wochen, finde ich. Bei der ersten richtigen Pause kommt dennoch die Autan-Flasche zum Einsatz. Während der nächsten Stunden umgibt mich permanent eine dezente Autanwolke. Das ist sehr angenehm. Während der ersten beiden Stunden umgab mich nämlich eine nicht ganz dezente Schweißwolke. Gegen stundenlanges Wandern kommen selbst die beste Flusswäsche und die Merinowolle nicht ewig an.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Unterwegs huscht plötzlich etwas vor uns über den Weg. Unser erster Lemming! Der verschwindet zwar schnell im Gestrüpp, war aber eindeutig zu erkennen. Ansonsten halten sich unsere Tierbegegnungen hier sehr in Grenzen. Gelegentlich sehen wir Schafe,</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06297.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1140" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06297.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06297.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06297-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06297-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">immer mal wieder Mücken und ständig, immer und überall Schnaken. Sie sind (unserer Meinung nach) nicht allzu intelligent, aber offenbar sehr paarungsfreudig. Es gibt sie in unerschöpflichen Mengen. Jeden Morgen müssen wir unsere Rucksäcke und Schuhe ordentlich aus- und durchschütteln, damit möglichst viele Schnaken verschwinden. Es sitzen aber immer noch mindestens drei irgendwo drauf, dran oder drin. Sie nerven eventuell ein kleines bisschen. Aber immerhin machen sie sonst nichts. Rentiere sind uns bisher nicht begegnet. Obwohl die Hardangervidda Norwegens größte Rentierpopulation beherbergen soll, verstecken die sich sehr gekonnt vor uns. Wir kommen ihnen aber näher. Heute entdecken wir zum ersten Mal ein paar Rentierköttel.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06305.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1144" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06305.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06305.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06305-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06305-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Um halb zwei machen wir Pause an der Hadlaskart-Hütte. Wir sind ganz verzaubert von dieser Idylle. So schön lag noch keine der bisherigen Hütten und im Inneren ist sie richtig urig eingerichtet.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Besonders beeindruckt uns aber zuerst das große und übervolle Lebensmittelregal.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729_135446-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1208" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729_135446-1024x767.jpg" alt="" width="980" height="734" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729_135446-1024x767.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729_135446-300x225.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729_135446-768x575.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729_135446-1536x1150.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729_135446-2048x1533.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729_135446-1320x988.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Wir müssen ein bisschen einkaufen, da uns für drei Tage das Abendessen fehlt. Momentan wird die unbewirtschaftete Hütte von einem älteren Ehepaar betreut. Die Hüttenwartin erzählt uns, dass sie gestern Brötchen gebacken hat und ob wir eins haben wollen würden. Aber ja! Da kaufen wir direkt noch zwei kleine Portionen Butter dazu und lassen es uns augenblicklich auf der Veranda in der Sonne schmecken. Hmmmm! Unsere Rucksäcke sind nun wieder etwas schwerer. Neben den verbleibenden selbstgemachten Abendessen gibt es die nächsten Tage Nudeln in Käsesoße, Kartoffelpürree mit Hackbällchen, Kartoffelpürree mit irgendwas mit Fleisch und Erbsen (unser Norwegisch lässt echt zu wünschen übrig) und für Stefan auch einmal Milchreis. Da kann er einfach nicht dran vorbeigehen.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Unmittelbar nach der Hütte geht es steil den Berg hinauf. Puh, das schlaucht ganz schön. Die 2,5kg mehr (Essen und Wasser, vorläufig gibt es keinen Bach mehr) merke ich jetzt besonders gut. Aber es ist einfach schön hier. Heute bin ich extrem in die Gegend verliebt. In der Ferne sehen wir immer noch den Harteigen. Wir hatten schon echt eine tolle Route bisher. Und das Beste ist, dass wir noch genau eine Woche vor uns haben. Zudem freuen wir uns mehr und mehr auf die Tour nächstes Jahr. Es geht uns einfach gut hier! Oben am Berg machen wir wieder eine Pause und haben dort tatsächlich Netz und Internet.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06318.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1143" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06318.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06318.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06318-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06318-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Die Pause wird unerwartet lang und die restliche Wanderung für heute demnach etwas kürzer. Das macht aber nichts, weil wir es bis nach Finse in den verbleibenden Tagen locker schaffen. Falls wir doch schneller unterwegs sind, bauen wir irgendwo noch ein paar Schlenker ein.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Unterwegs hatte uns heute ein Norweger gefragt, ob wir beim Hinflug Probleme durch den Lufthansa-Streik hatten. Der ist komplett an uns vorbeigegangen (SAS hat anscheinend auch gestreikt). Als Stefan danach googelt, liest er, dass sich SAS im Insolvenzverfahren befindet. Na hoffentlich hat das keine Auswirkungen auf unseren Rückflug. Der Norweger war übrigens mit seiner kleinen Hündin unterwegs. Mit den Rassen kenne ich mich nicht so gut aus, aber sie war der Typ Hund aus der Cesar-Werbung. Jedenfalls sagte er, dass die Hundedame eine tibetische Züchtung sei und sie deshalb viel besser als er mit den Gegebenheiten in der Hardangervidda zurecht käme. Ich muss an den Dackel denken, der zur Trolltunga laufen musste und hoffe, dass er auch ein tibetischer Dackel war.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Nach 19,5km beenden wir den heutigen Wandertag. Der war richtig schön! Die Landschaft war sehr abwechslungsreich und so hat die Lauferei echt Spaß gemacht. Die letzten Kilometer sind wir durch eine Gegend gelaufen, in der es so aussah, als hätte es irgendwann einmal große und kleine Felsbrocken geregnet. Wir finden an einem kleinen Fluss aber eine Stelle, auf die unser Zelt genau passt. Nun steht es zwar seitlich zum Wind, aber allzu wählerisch darf man nicht sein.</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06326.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1141" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06326.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06326.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06326-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220729-DSC06326-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Während Stefan meine Windjacke wäscht, koche ich draußen vor dem Zelt. Es gibt heute Kartoffelpürree mit Fleisch-Erbsen-Reis-Irgendwas. Die besondere Herausforderung besteht darin, gut zu rühren, damit nichts anbrennt und parallel möglichst viele Mücken zu erschlagen. Eine überrascht mich allerdings. Plötzlich juckt es auf der Stirn nahe des Haaransatzes. Was für eine Frechheit! Stefan eilt mit dem &#8222;Heat it&#8220; zu mir und nun weiß ich, dass am Kopf nicht nur Kälte von beispielsweise kaltem Wasser sehr unangenehm ist, sondern auch punktuelle Hitze. Zum Essen verziehen wir uns zügig ins Zelt. Das Gericht sieht nicht besonders appetitlich aus, schmeckt im Verhältnis aber ganz gut. Wir teilen das Essen auf. Ich merke irgendwann, dass ich ganz schön satt bin und gebe Stefan noch etwas ab. Der scheint aber auch schon gut gesättigt. Allerdings habe ich mich wohl ziemlich verguckt, denn als er mit seiner Portion fertig ist, fragt er &#8222;und was essen wir jetzt?&#8220;. Also gebe ich meine Reste noch ab. Dazu gibt es für Stefan noch Knäckebrot und anschließend Gummibärchen. Vollwertige Mahlzeiten sind schließlich wichtig. 😀</p>
<p class="postie-post" style="text-align: justify;">Zufällig entdecken wir, dass nahezu alle heute gekauften Mahlzeiten seit mindestens ein paar Monaten, wenn nicht deutlich länger, abgelaufen sind. Naja, uns macht das ja nichts. Aber in Deutschland würde ich die Sachen geschenkt kriegen und hier war das ganz schön teuer. So oder so, besser als in die Tonne. An dieser Stelle ein besonderer Gruß an Christian: Wir sind bei allerbester Gesundheit. 🤪</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://1zelt4beine.de/hardangervidda-8-15">Hardangervidda, Tag 8 bis 15</a> erschien zuerst auf <a href="https://1zelt4beine.de">1zelt4beine.de</a>.</p>
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		<title>Hardangervidda, Tag 1 bis 7</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jul 2022 11:08:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2022 Hardangervidda]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorabinfo Ursprünglich hatten wir den Plan, für jede Reisewoche eine kurze Zusammenfassung zu schreiben und diese mit ein paar Fotos zu versehen. Da ich hier aber täglich Reisetagebuch führe, hatte ich schlichtweg keine Lust, für die Wochenzusammenfassung wieder von vorne anzufangen oder die bereits geschriebenen Texte einzukürzen. Weil ich also bequem bin, gibt es nun&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://1zelt4beine.de/hardangervidda-1-7">Hardangervidda, Tag 1 bis 7</a> erschien zuerst auf <a href="https://1zelt4beine.de">1zelt4beine.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="postie-post">
<h3 style="text-align: justify;"><em>Vorabinfo</em></h3>
<p style="text-align: justify;"><em>Ursprünglich hatten wir den Plan, für jede Reisewoche eine kurze Zusammenfassung zu schreiben und diese mit ein paar Fotos zu versehen. Da ich hier aber täglich Reisetagebuch führe, hatte ich schlichtweg keine Lust, für die Wochenzusammenfassung wieder von vorne anzufangen oder die bereits geschriebenen Texte einzukürzen. Weil ich also bequem bin, gibt es nun einfach alles zu lesen. Glück für die, die es tatsächlich interessiert. Alle anderen scrollen bitte großzügig über den Text hinweg und schauen sich die Fotos an. So oder so wünschen wir viel Spaß! Und vorab ziehen wir schon mal Fazit: Es gefällt uns hier irre gut und wir freuen uns riesig, dass wir noch zwei komplette Wochen vor uns haben.</em></p>
<h3>15.07. bis 05.08.2022</h3>
<h3 style="text-align: justify;">Tag 1, Anreise</h3>
<p style="text-align: justify;">Endlich Urlaub! Wir sind beide sowas von urlaubsreif und können es gar nicht erwarten, endlich wieder mit Rucksack und Zelt unterwegs zu sein. Dieses Mal wollten wir alles ganz entspannt machen und Montags packen, damit wir die restliche Woche frei haben würden. Long story short, Freitag gegen Mittag hatten wir die Rucksäcke dann tatsächlich gepackt. Jetzt aber schnell! Noch eben duschen, essen, Spülmaschine ansetzen (Danke Mama &amp; Papa für&#8217;s Haus hüten) und dann auf zu meiner Schwester nach Willich, die uns zum Flughafen bringt. Durch das extreme Chaos am Düsseldorfer Flughafen in den letzten Wochen sind wir 4,5 Stunden vor Abflug da. In unserem Fall ist das total unnötig, aber die Wartezeit stört nicht. Der Check-in öffnet knapp zwei Stunden vor dem Boarding und die Sicherheitskontrolle geht so schnell wie nie! Wobei wir hier kurz warten mussten, da unser Handgepäck &#8211; wie jedes Mal &#8211; kurz überprüft wurde. Dabei haben wir mitbekommen, dass eine mehrköpfige Familie vor uns versucht hat, insgesamt locker 10 große Gläser Nutella im Handgepäck mitzunehmen. Alles für die Tonne. Was für ein Trauerspiel. Bei uns war alles in Ordnung, also blieb noch Zeit für ein entspanntes Abendessen und dann ging es an Bord. Düsseldorf, wir sind hin und weg. So gut hat das tatsächlich noch nie geklappt!</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10016.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1114 size-full" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10016.jpg" alt="" width="749" height="1000" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10016.jpg 749w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10016-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 749px) 100vw, 749px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">In Oslo angekommen, hatten wir nach kurzer Zeit unser Gepäck und liefen nur noch die paar Meter zu Radisson Red, unserem Hotel für die erste Nacht.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Tag 2</h3>
<p style="text-align: justify;">Wir starten den Tag nach einer zu 50% erholsamen Nacht. Erholsam für mich, nicht ganz so erholsam für Stefan. Das Hotel bietet eine (!) große Decke, die wir uns logischerweise teilen müssen. Leider bleibt also für Stefan nur wenig übrig. Dafür ist das Frühstücksbuffet wieder toll. Wir kennen das Hotel schon von einem vorherigen Urlaub und freuen uns daher auf all die Leckereien. Im Anschluss machen wir noch eine kleine Pause auf dem Zimmer, bevor es mit dem Skytrain in die Stadt geht. Wir versuchen unser Glück in unserem Hotel für die Nacht, der Citybox Oslo, um vielleicht früher einzuchecken oder zumindest unser Gepäck zu deponieren. Beides klappt nicht. Da die Rucksäcke doch schwer sind, machen wir es uns gegenüber der Oper auf einer Bank gemütlich, spielen Karten und reservieren ein Restaurant für den Abend. Dann gehen wir doch noch mit geschulterten Rucksäcken die Oper hoch und genießen den Ausblick auf Oslo. Das Wetter ist herrlich. Blauer Himmel, Sonnenschein und ein paar kleine Schleierwölkchen. Pünktlich um 15 Uhr stehen wir wieder im Hotel. Ab dann ist der Check-in möglich. Das klappt auch bei vielen Leuten um uns rum, nur nicht bei uns. Als nach 10 Minuten immer noch nichts funktioniert, mogeln wir uns in den inneren Aufenthaltsbereich, als gerade jemand herauskommt. Die Citybox kommt nämlich größtenteils ohne Personal aus und basiert auf einem Check-in via Computerterminal. Sobald man die Checkkarte hat, kann man das Hotel betreten. Ohne Karte geht also eigentlich weder das, noch kann man Hilfe finden, da der Rufknopf draußen nicht funktioniert. Aber als wir drinnen standen, bemühte man sich uns zu helfen. 40 Minuten später konnten wir dann endlich ins Zimmer. Statt Sightseeing stand dann erstmal ein schneller Einkauf an, damit wir Wasser bzw. Flaschen für die nächsten Wochen hatten. Zudem gab es noch ein Brot und Bacon Ost (Käse mit Bacon aus der Tube) für das Frühstück am nächsten Tag. Jetzt aber wirklich Sightseeing! Zuerst liefen wir zur Akerhus Fortress, einer teilweise sehr alten Festungsanlage, die bis in das 14 Jahrhundert zurückreicht.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10006.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1124 size-full" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10006.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10006.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10006-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10006-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die Ausblicke auf den Hafen waren toll und auch sonst gefiel es uns dort gut. Anschließend ging es noch zum königlichen Schloss. Was uns schon vorher aufgefallen war und auf dem Weg dorthin immer wieder ins Auge stach, war die tolle Bepflanzung in der Stadt. Überall Blumen, ob unter Bäumen, in Beeten oder in riiiiiesengroßen Pflanzschalen, die komplette Straßenzüge säumten. Toll! Am Schloss angekommen, kamen wir pünktlich zum Wachwechsel. Die &#8222;Wachleute&#8220; waren alle noch sehr jung. Wahrscheinlich gibt man solche unliebsamen Aufgaben lieber der Jugend. In Norwegen muss jeder ein Jahr zum Militär, unabhängig vom Geschlecht. Wir sind noch eine Weile durch den Schlosspark gegangen, der im Gegensatz zur restlichen Stadt nicht bepflanzt war und hauptsächlich aus Grünflächen bestand. In einer Ecke des Parks standen ein paar Kunstwerke, unter anderem ein großer Regenbogen. Auch der war in der Stadt allgegenwärtig, ob durch Regenbogenbänke, Fahnen, gemalt oder sonstige Weisen. Schön, dass eine ganze Stadt so viele Zeichen für Toleranz setzt. Zum Abendessen gingen wir ins Elias. Schön klein, sehr gemütlich eingerichtet und preislich für norwegische Verhältnisse noch erschwinglich. Wir bestellten zwei Rentiergerichte und je ein großes Bier (Hansa, kommt aus Bergen, nicht allzu empfehlenswert). Beim Blick auf die Weinkarte musste ich schmunzeln. Dort wurde ein Riesling aus dem Weingut Melsheimer an der Mosel angeboten. In diesem Weingut verbrachten wir ein paar Urlaubstage nach unserer standesamtlichen Hochzeit. Die Welt ist klein. Das Essen war super lecker und wir beide inzwischen ziemlich müde. Aufgrund der Coronalage wollten wir nicht noch weiter durch die Bars ziehen. Angeboten hätte es sich aber durchaus. Praktischerweise konnten wir aber auch von unserem Zimmer aus mitfeiern. Wahlweise mit den Leuten auf der Straße oder alternativ mit den umliegenden Zimmern. Das sollte eine Nacht werden&#8230; Ein Glück, dass es Oropax gibt. So wurde die Nacht etwas ruhiger.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Tag 3, Wandertag 1</h3>
<p style="text-align: justify;">Uns beiden tut so ziemlich alles weh. Das Bett war weicher als weich und dementsprechend schön war die Nacht. Aber die Freude ist groß! Heute geht es in die Hardangervidda! Wir genießen eine vorläufig letzte Dusche und frühstücken Brot mit Baconost. Dann packen wir unsere Sachen und laufen zum Busbahnhof. Wir sind sehr froh, dass Stefan immer so gut organisiert ist und schon alles vorgebucht hat, denn der Bus ist bis auf den letzten Platz belegt. Das ist besonders ärgerlich für einige Wanderer, die vermutlich das gleiche Ziel haben wie wir und nun auf den Nachtbus warten müssen. Der Bus am Nachmittag ist nämlich auch schon voll. Wir machen es uns aber gemütlich und verbringen die nächsten fünf Stunden mit Sitzen, einer Folge der Drei ??? und dem Hörbuch &#8222;Wir Bürger von Schilda&#8220; (sehr zu empfehlen). Gelegentlich dösen wir ein bisschen. Nach einer Pause in Vinje nähern wir uns dem Ziel. Kurz vor Haukeliseter dann ein erstes Aha-Erlebnis: Wir sind mitten in den Bergen, alle mit kleinen oder größeren Schneetupfern, große Seen sind da und es sieht einfach wunderschön aus. Wir sind hin und weg: Das haben wir uns so sehr gewünscht! Der Bus hält an der Haukeliseterhytte und wir sind froh, direkt ins Fjell starten zu können.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10010.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1120" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10010.jpg" alt="" width="1000" height="749" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10010.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10010-300x225.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10010-768x575.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Hier ist nämlich ganz schön viel los. Was uns nicht ganz so froh macht, ist dass wir zum Einstieg direkt steil den Berg hochgehen müssen. Auf den ersten paar Metern fragen sich meine Beine und mein Kopf abwechselnd &#8222;Warum machst du das? Bist du eigentlich bescheuert? Hast du dir das echt überlegt den Quatsch nächstes Jahr MONATELANG zu machen?!&#8220;. Und dann bin ich angekommen. Die übliche Wandergefühlsmischung aus Glück, Ruhe und völliger Entspannung macht sich breit. Es ist einfach nur schön hier. Sobald wir oben angekommen sind, entdecken wir das erste kleine Schneefeld. Noch freuen wir uns darüber. 😀 Da wir erst relativ spät gestartet sind, wandern wir heute nur eine kurze Strecke von ca. 4km. Da die paar Kilometer aber schon 300hm beinhalteten, sind wir trotzdem zufrieden. Unsere Umgebung besteht aus rauen Felsen, verschiedenen Bergketten und dazwischen immer Schnee, Moos und Wasser.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10029.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1101" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10029.jpg" alt="" width="1000" height="749" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10029.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10029-300x225.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10029-768x575.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Wir suchen uns eine Stelle neben einem Fluss und genießen das Plätschern. Es ist ziemlich frisch, aber im Zelt wärmen wir uns schnell auf. Wir kochen unsere ersten beiden selbst zusammengestellten Gerichte (leeeecker!) und spielen noch ein bisschen Karten. Um 9 Uhr reicht es dann und wir machen die Augen zu. Die Nacht ist mit Sturm und Regen eher unruhig, so dass irgendwann nur noch Oropax helfen. Das mit dem gut Schlafen müssen wir also noch ein bisschen üben&#8230;</p>
<h3 style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10031.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1099" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10031.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10031.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10031-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10031-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></h3>
<h3 style="text-align: justify;">Tag 4, Wandertag 2</h3>
<p style="text-align: justify;">Nach der unruhigen Nacht fällt es uns etwas schwer, morgens aus dem Bett zu kommen. Auch müssen wir unsere Wanderroutine erst wieder finden. So kommen wir letztlich erst nach 11 Uhr los. Dafür schmeckt das Frühstückscouscous mit Erdbeeren ganz hervorragend. Direkt geht es wieder den Berg hoch. Und erstaunlicherweise fühle ich mich so fit wie lange nicht mehr. Vergessen scheint das bisherige Jahr mit doppelt Corona und Außenbandriss. Zwar bin ich am Berg weiterhin nicht die Schnellste, aber die üblichen Wadenschmerzen sind auch nicht mehr da. Wandern kann so schön sein! Das Wetter ist wolkenverhangen. Wir müssen mehrmals pausieren, um Kleidungsschichten aus- oder aber wieder anzuziehen. So hält sich das Tempo ziemlich in Grenzen. Und dann führt der Wanderweg über einen Fluss. An der markierten Stelle ist dieser allerdings wirklich tief. Also suchen wir nach einer Alternative. Zwar werden wir fündig, aber ganz sicher sind wir uns nicht, ob Wassertiefe und Stiefelhöhe miteinander harmonieren. Da testen wir doch lieber mal die neuen Furt-/Campschuhe. Zwar spürt man in den Barfussschuhen die Steine sehr, sehr deutlich, aber die Trittsicherheit ist auch im Gegensatz zu unseren bisherigen Crocs stark erhöht und das gefällt uns gut. Fragt sich nur, wie ich meine Sockenschuhe wohl wieder trocken kriege. Wir hängen noch eine kurze Pause an, um die Füße trocken zu lassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dann geht es weiter. Und irgendwie fühle ich mich nach der Pause, als wäre sämtliche Energie beim Furten weggeschwommen. Ich schleppe mich nur so voran und habe insgeheim die Sorge, dass Corona Nr. 2 doch noch Spuren hinterlassen hat. In der Woche vor dem Urlaub habe ich das schließlich auch noch gemerkt&#8230; Das wäre eine ziemliche Katastrophe für den Urlaub. Aber aufgeben ist nicht und so laufe ich weiter. Stefan sage ich erstmal nichts, nicht dass er sich noch Sorgen macht. Mein Tempo lässt dementsprechend nach und ich muss häufiger stehen bleiben. Wir laufen heute nach der 60/15 Einteilung. Ca. 60 Minuten gehen, dann 15 Minuten Pause. Natürlich lassen wir nach einer Stunde nicht sofort den Rucksack fallen, aber bei der nächsten schöne Pausenstelle wird dann gestoppt. Wir finden eine gute Stelle direkt an einem Bach und essen erstmal eine Kleinigkeit. Die Stelle fand wohl auch vor uns schon jemand schön, denn es liegt noch eine einzelne Erdnuss auf dem Boden. Eher untypisch für das norwegische Fjell.</p>
<p style="text-align: justify;">Dabei fällt mir auf, dass ich irgendwie gar keine Nüsse als Proviant eingepackt habe. Wie kann das denn sein? Ich war bei der Lebensmittelvorbereitung wohl doch nicht ganz auf der Höhe. Nach der Pause geht es weiter und siehe da, ich bin wieder fit. Tausend Steine fallen mir vom Herzen. Noch besser wird die Stimmung nur noch dadurch, dass die Wolkendecke aufreißt und nach und nach immer mehr blauer Himmel zu sehen ist, bis letztendlich sogar keine Wolke mehr am Himmel ist und wir durch strahlenden Sonnenschein laufen.Wir passieren unsere erste Sommerbrücke, auch wenn diese nur wenig vertrauenserweckend aussieht.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10021.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1110" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10021.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10021.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10021-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10021-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Noch besser wird die Stimmung nur noch dadurch, dass die Wolkendecke aufreißt und nach und nach immer mehr blauer Himmel zu sehen ist, bis letztendlich sogar keine Wolke mehr am Himmel ist und wir durch strahlenden Sonnenschein laufen. In der Ferne kann man den nächsten zu ersteigenden Berg schon erkennen. Ach, der Weg sieht aber entspannt aus, sage ich. Wie sich bald herausstellt, habe ich mich ziemlich getäuscht. Es geht beständig den Berg hoch und die Steigung ist nicht zu unterschätzen. Das Einzige was mich halbwegs tröstet, ist, dass der Weg zumindest gut begehbar ist. Die Aussicht auf die sonnenbeschienenen Berge um uns rum ist vom Gipfel aus grandios. Dort genießen wir den Apfel, den wir seit Samstag noch vom Frühstück im Rucksack haben. Aus Spaß schaue ich, ob mein Handy hier Netz hat. Null Balken. Dann die Überraschung: 4G. Völlig verrückt!</p>
<p style="text-align: justify;">Plötzlich fällt mir ein, dass ich gar nicht vergessen habe, die Nüsse zu kaufen. Ganz im Gegenteil! Ich habe extra eine (hoffentlich) besonders leckere Mischung gekauft, um mal Abwechslung zu den 08/15 Supermarkt Tüten zu haben. Nur leider steht der Beutel noch unangetastet zu Hause in der Tasche mit den anderen Trekkingzutaten. Blöd gelaufen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die nächsten Meter sind erstmal entspannt. Ein geht ein bisschen den Berg runter, ein bisschen den nächsten Berg rauf und dann folgt ein steiler Abstieg. Zu unserer Überraschung ist aber plötzlich kein richtiger Weg mehr da. Stattdessen besteht die komplette Bergrückseite aus einer einzigen Schneewand. Erstmal werden die Sonnenbrillen ausgepackt und dann geht es los. Der Abstieg klappt gut, ist aber sehr anstrengend. Wir sind beide wahnsinnig froh, dass wir nicht auf den Berg hinauf mussten.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10018.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1112" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10018.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10018.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10018-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10018-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Ca. 10 Kilometer hatten wir als Mindestmaß für den Tag heute angesetzt. Nach 13km sind wir also zufrieden und finden einen herrlichen Zeltplatz mit Blick auf einen See und einem sprudelnden Bach neben dem Zelt.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10005.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1125" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10005.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10005.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10005-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10005-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Es ist weiterhin sonnig und warm. Wir können also heute draußen essen. Das Einzige, was mich wundert: Wieso sehen wir hier keine Mücken? Aber ich will mich wirklich nicht beschweren. Das kann gerne so bleiben! Als Wolken aufziehen, verschwinden wir ins Zelt. Ein bisschen Karten spielen, dann noch Hörbuch hören. Um viertel vor 10 kündigt Stefan an, dass er schlafen will. Ungefähr 30 Sekunden später höre ich tiefes Schnarchen von rechts. Wie macht der das bloß? Ich liege noch eine Weile wach, bis ich auch endlich einschlafen kann&#8230;</p>
<h3 style="text-align: justify;">Tag 5, Wandertag 3</h3>
<p style="text-align: justify;">Nach einer wiederum für mich unruhigen Nacht, werden wir von strahlendem Sonnenschein geweckt. Es ist ca. 7 Uhr. Aber da die Sonne ohnehin nur eher kurz während der Nacht verschwindet und es nie so richtig dunkel wird, ist es während der Nacht immer schwer einzuschätzen, wie spät es tatsächlich ist. 7 Uhr ist aber eine gute Zeit zum Aufwachen. Und weil das Wetter so toll ist, packen wir direkt Schlafsack und Matte ein und frühstücken dann draußen. Vorher gönnen wir uns allerdings erst noch das Beauty-Programm mit Haare waschen. Die Sonne will schließlich genutzt werden. Das Wasser ist eisig kalt, also erwärmen wir es mit dem Kocher um ein paar Grad. So ist es für den Kopf deutlich besser zu ertragen. Zum Frühstück gibt es Haferflocken mit getrockneten Aprikosen und Mandeln. Aprikosen sind super, auch getrocknet, aber mit Haferflocken ergeben sie nicht die allerbeste Kombi. Für meinen Geschmack jedenfalls. Zum Frühstück bzw. auch schon vorher, bekommen wir Gesellschaft. Ich hätte es gestern nicht erwähnen sollen&#8230; jetzt sind die Mücken da. Sie freuen sich offenbar ebenso über die Sonne wie wir. Also holen wir schnell das Mückenspray raus und legen uns damit eine zweite Haut zu. Das hilft. Dann wird gepackt. Um halb 10 sind wir startklar. Da sich die Sonne wieder verzogen hat, wechselt Stefan sicherheitshalber doch von der kurzen in die lange Hose. Das wird zwar im Laufe des Tages noch warm für ihn, aber im Hinblick auf die Mücken auch noch oft von Vorteil sein. Dann geht es los. Kurz hinter unserem Zeltplatz queren wir den ersten Fluss mit einer Brücke und dann geht es an eben diesem eine ganze Weile entlang. Der Weg ist relativ einfach zu gehen, so dass wir zügig vorwärts kommen. Trotz Wolken wird uns sehr schnell warm, also Jacke aus und Mückenspray auf die Arme. Da die Mücken durchaus kreativ sind, streiche ich mir mit den Armen auch noch über den Kopf. Dünne Haare sind halt kein guter Mückenschutz. Die Wäsche hat sich dementsprechend eher nur kurzzeitig gelohnt, aber besser als keine. Als wandelnde Deet-Säulen laufen wir weiter. Bald kommt die Hellevassbu in Sicht. Unser erstes Pausenziel. Die 60/15 Einteilung halten wir damit zwar nicht, aber das ist egal. Ca. 1,5km vor dem Ziel ist der Weg mal wieder etwas matschig. Das ist nicht ungewöhnlich, matschige Stellen gibt es ständig. Mit den Trekkingstöcken tasten wir dann vorsichtig, ob es Steine gibt, auf die man treten kann und wie tief der Matsch überhaupt ist. Hier versinkt der Stock sehr ordentlich. Ich warne Stefan, da ich vorgehe und zeige ihm den Weg über versteckte Steine. So komme ich problemlos rüber. Dann schaue ich Stefan zu. Er findet den Stein, will weitergehen und rutscht dabei ab. Der linke Fuß versinkt komplett im Schlamm. Stefan befreit sich schnell wieder. Und ein Glück, durch die lange Hose ist der Schuh im Inneren trocken geblieben.</p>
<p style="text-align: justify;">Kurz darauf kommen wir an der Hellevasbu an. Unsere erste DNT Hütte! Ich freue mich auf ein paar Kekse. Die gibt es aber nicht. Als Ersatz dient ein Wasa Sandwich. Auch lecker! Die Hütte sieht wirklich gemütlich aus. Da freuen wir uns auf die anderen. Wir machen uns nach einer kurzen Pause aber auf den weiteren Weg. Inzwischen scheint die Sonne. Und sie gibt wirklich alles. Da wird der nächste Aufstieg zur schweißtreibenden Angelegenheit.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10002.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1128" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10002.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10002.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10002-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10002-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Bei mir läuft es aber. So richtig richtig gut. Stefan hängt heute irgendwie hinterher und äußert frustriert, dass es doch nicht sein könne, wie ich voranpresche. Normalerweise wäre er der König am Berg und ich nur auf der Ebene. Jetzt würde ich ihm den Titel streitig machen. Ich vermute allerdings, dass das nur daran liegt, dass er heute einen schlechten Tag hat. Kurz hinter dem Gipfel machen wir eine ausgedehnte Pause und liegen faul in der Sonne rum. Kurz überlegen wir, den gegenüberliegenden Bergrücken zu besteigen, aber wir entscheiden uns dann doch dagegen. Es folgt ein recht steiler Abstieg, der aber gut zu bewältigen ist. Danach geht es kurz durch ein Tal, in dem wir nochmal die Wasserflasche füllen. Wir nehmen bisher nie viel mehr als einen halben Liter mit. Es gibt einfach ständig Wasser, da wäre das unnötiges Gewicht. Von unseren Wasserblasen haben wir uns endgültig verabschiedet. Man trinkt damit einfach oft zu wenig und für unsere Tour nächstes Jahr wären sie ohnehin ungeeignet, da die Schläuche schwer zu reinigen sind. Dann machen wir uns auf zum nächsten Anstieg.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10025.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1106" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10025.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10025.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10025-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10025-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Es ist ein ständiges Auf und Ab heute. Über ein Schneefeld geht es steil den Berg rauf. Puh.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10024.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1105" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10024.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10024.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10024-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10024-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die sind doch jedes Mal wieder anstrengend. Auf der weiteren Strecke begegnen wir einem Pärchen an einem Schneefeld. Er nutzt die Kartenhülle als Schlitten und rutscht ein Schneefeld hinab. Sie filmt die Aktion. Das sieht echt lustig aus. Sollten wir auch mal probieren!</p>
<p style="text-align: justify;">Vor dem letzten Abstieg überlegen wir, ob eine weitere Pause nötig ist oder nicht. Ich schlage vor, dass wir es vom Schwierigkeitsgrad des Abstiegs abhängig machen. Als wir (schon wieder) vor einem steilen Schneefeld stehen und nicht absehen können, wie weit es reicht, heißt es also: Pause. Gerade wenn man schon etwas müde ist, ist es wichtig die Konzentration hoch zu halten bzw. wieder zu bekommen. Fehltritte sind ansonsten schnell gefährlich. &#8222;Normale&#8220; Fehltritte kommen über den Tag verteilt aber häufiger vor. Mal, weil der Stein doch wackelig ist, mal, weil man von der grandiosen Landschaft abgelenkt ist und einfach nicht auf den Weg guckt. Die Trekkingstöcke arbeiten brav als zusätzliche Stützen und verhindern zumeist Schlimmeres. Unangenehm ist&#8217;s trotzdem, aber da die kurzzeitigen Schmerzen in den Momenten im linken Fuß genau so sind wie im angeschlagenen rechten, mache ich mir da keine Sorgen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Schneefeld stellt sich als gar nicht so ganz lang raus, der schneefreie Abstieg dahinter aber umso mehr. Die Landschaft unten ist wie gemalt. Sanfte grüne Wiesen, die am Seeufer liegen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10027.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1103" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10027.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10027.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10027-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10027-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Darauf ein paar Schafe. Wenn das keine Zeltkulisse ist. Und dann betreten wir die &#8222;grünen Wiesen&#8220; und stehen mehr im Wasser als alles andere. Doch nicht so optimal zum Zelten. Also weiter, bis wir tatsächlich eine passende Stelle finden. Das dauert ein wenig, aber klappt natürlich noch. Nach 16km beschließen wir den Wandertag. Die Sonne scheint weiterhin und ein paar erste kleine Sonnenbrände zeigen sich. Offenbar haben wir uns an manchen Stellen nicht ganz so sorgfältig eingecremt wie gedacht. Es ist aber auch frech, dass der Rucksack das Tshirt im Nacken ein kleines Stückchen weiter runterzieht, als man Sonnencreme verteilt hat. Nunja, Jammern auf hohem Niveau. Wieder genießen wir ein Essen draußen und spielen noch eine Runde Karten. Dann nimmt der Wind zu und wir verschwinden ins Zelt. Wir spielen weiter (immer Rommé Hand) und hören dann, wie jeden Abend, noch ein bisschen Hörbuch. Stefan fängt ein Buch über das Kanzleramt an, ich höre mein aktuelles weiter &#8211; geschrieben und gesprochen von Christoph Maria Herbst. Es ist fürchterlich. Kinderbücher vorlesen kann er super, aber Bücher schreiben sollte er offenbar besser lassen&#8230; Gegen 22 Uhr versuchen wir es mit schlafen. Gute Nacht.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Tag 6, Wandertag 4</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Nacht war zwar wieder etwas unruhig, da windig, aber deutlich erholsamer als alle vorherigen zusammen. Ich finde es total kuschelig in meinem Schlafsack und auf meiner Matte und will gar nicht aufstehen. Da die Sonne aber freundlich grüßt und aufs Zelt scheint, bleibt nichts anderes als sich doch aus dem Schlafsack zu schälen. Dann kommt eine Wolke und Regen. Gerade nochmal Glück gehabt. Zur Seite drehen und weiter dösen. Das Ganze wechselt sich noch ein paar Mal ab. Auch in der Nacht gab es hin und wieder Schauern. Wir beschließen zwischenzeitlich dennoch mit dem Packen zu beginnen. Das Frühstück gibt es heute im Zelt. Bis wir draußen sind, ist das Wetter allerdings wieder wolkenlos so dass wir direkt auf Jacken verzichten. Stattdessen gibt es eine Runde Deet für die Kleidung und eine Runde Sonnencreme für die Haut. Heute reiben wir uns auch extra sorgfältig ein! Die Mücken erfreuen sich ebenso am Wetter wie wir, machen um uns aber vorläufig erstmal einen Bogen. Verständlich, ich würde mich auch nicht riechen wollen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10020.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1109" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10020.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10020.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10020-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10020-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Als erstes Zwischenziel peilen wir heute Litlos an. Wir spekulieren auf frische Waffeln an der Hütte, da diese vollständig bewirtschaftet ist. Nach gut 2km können wir sie bereits sehen. Da ist sie allerdings noch gute 5km entfernt. Und das zehrt tatsächlich an den Nerven. Der Weg ist weder besonders schwer noch anderweitig anstrengend, aber die doofe Hütte will einfach nicht näher kommen. Der Weg zieht sich mindestens unendlich. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie es Leuten gehen muss, die schon wirklich viel Strecke hinter sich haben und dort am Ziel sind. In jedem Fall brauchen wir beide eine Pause, als wir endlich angekommen sind. Die Enttäuschung: keine Waffeln. Als Ersatz gibt es eine Zimtschnecke und eine Flasche Cola für jeden. Stefan nimmt die klassische Variante, ich die ohne Zucker. Der Koffeingehalt macht wach genug.</p>
<p style="text-align: justify;">Schnell verschwinden wir wieder aus der Hütte. Die Anlage ist riesig und obwohl es gerade sehr ruhig ist, ist uns zu viel los. Da machen wir lieber ein paar Kilometer weiter noch eine richtige Pause. Bis zu der dauert es eine Weile. Immer, wenn theoretisch ein schöner Pausenplatz auftaucht, heißt es: Wir können hier nicht stehen bleiben, hier ist Mückenland. In dichten Schwärmen sitzen sie in und rund um Matschpfützen. Bei dem Wetter kein Wunder. Solange Wind da ist, ist es aber aushaltbar. Leider fehlt der ab uns zu und dann brennt der Planet gefühlt. Oder zumindest die Hardangervidda. Es ist unglaublich heiß.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10030.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1100" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10030.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10030.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10030-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10030-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Selbst dem norwegischen Wettergott scheint das nicht ganz geheuer zu sein, so dass wir ihn immer mal wieder in seinen Bart grummeln hören. Jedenfalls wollen wir das glauben. Alternativ würden die Geräusche bedeuten, dass sich irgendwo ein Gewitter anbahnt und das können wir definitiv nicht gebrauchen. Wir gehen also weiter. Kurz darauf hört das Grummeln auf und der dunkler aussehende Himmel bleibt scheinbar hinter den nächsten Bergen hängen. Also kommen wir doch noch zur verdienten Pause. Wir essen ein paar Snacks und liegen an unsere Rucksäcke gelehnt rum. Beim in der Gegen rumgucken fällt mir am nächsten großen Stein ein paar Meter weiter eine Bewegung auf. Da huscht doch etwas&#8230; eine Maus vielleicht? Ich mache Stefan darauf aufmerksam. Was ist das bloß? Vielleicht stehen wir unseren ersten Lemming. Schon jetzt finde ich das Tier auf jeden Fall total niedlich und muss es weiter beobachten. Das Tierchen findet uns anscheinend auch interessant und kommt immer ein Stückchen näher. Für einen Lemming scheint es viel zu klein. Eine Maus ist es eindeutig auch nicht. Die Größe passt aber eigentlich. Irgendwie sieht es aus wie ein wirklich kleines Wiesel. Das werden wir bei nächster Mobilnetz-Gelegenheit wohl mal recherchieren müssen. Plötzlich vernehmen wir doch wieder ein Grummeln. Da gehen wir lieber weiter. Es wartet eine größere Furt auf uns. Wir suchen eine Weile nach einer geeigneten Stelle und orientieren uns dann an zwei Norwegern, die von der anderen Seite gekommen sind. Der Fluss ist wahrscheinlich nicht sehr tief, aber die Schuhe müssen wir tauschen. Die Mücken um uns rum reiben sich schon gierig ihre Beinchen. Sie ahnen, dass gleich Futter kommt, auch wenn es jetzt noch hinter der Deet-Wand verborgen ist. Wir beeilen uns mit dem Schuhe aus- und andere Schuhe anziehen, aber da wir die Hosen bis zu den Knien hochziehen müssen, werden wir auf ein geheimes Kommando hin attackiert. Stefan wird überraschenderweise häufiger erwischt. Wahrscheinlich stinken meine Beine doch zu sehr, da meine Hose recht durchlässig ist und die Haut beim Einsprühen etwas abbekommen hat. Ein paar sehr hungrige Mücken wagen einen todesmutigen Versuch und zahlen mit ihrem Leben. Der Fluss hat eine ordentliche Strömung und viele glitschige Steine, aber wir kommen schnell durch.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220720_150437-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-1132" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220720_150437-1024x767.jpg" alt="" width="980" height="734" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220720_150437-1024x767.jpg 1024w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220720_150437-300x225.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220720_150437-768x575.jpg 768w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220720_150437-1536x1150.jpg 1536w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220720_150437-2048x1533.jpg 2048w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/20220720_150437-1320x988.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Der Wettergott hatte wohl aber endgültig keine Lust mehr auf das sommerliche Wetter und schickt uns deshalb zusätzlich zum Wasser von unten noch Wasser von oben. Da kommt man aus dem Fluss und will sich schnell die Wanderschuhe anziehen, damit einen die Mücken nicht erneut als Festmahl wählen, da muss man aber auch zügig die Regenjacke anziehen, damit man nicht klitschnass wird. Sonst hätten wir direkt durch den Fluss schwimmen können. Schlussendlich stehen wir in voller Regenmontur da und machen uns auf die Suche nach dem Wanderweg. Der ist schnell gefunden. Im starken Regen laufen wir weiter. Bald bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich wirklich aus dem Fluss rausgegangen bin oder doch noch mitten durch laufe. Alles steht unter Wasser, die eigentlichen Wege entwickeln sich zu Bächen. Die Schneeschmelze ist in vollem Gange und der Regen tut sein Übriges dazu.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10008.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1122" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10008.jpg" alt="" width="1000" height="749" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10008.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10008-300x225.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10008-768x575.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Während des Wanderns hören wir übrigens eher selten Musik oder Hörbucher/Podcasts etc.. Meistens ist das auch gar nicht nötig, da der eigene Kopf als Jukebox fungiert. Die Musikauswahl ist leider häufig mäßig und immer unberechenbar: Bei mir spukt sie liebend gerne Kinderlieder aus, solche, die ich während der Arbeit singe, aber auch Lieder, die ich seit meiner Kindheit nicht mehr gehört habe. Was für einen Unsinn man offenbar abspeichert. Ein weiteres Gimmick ist die Schlagwortsuche. Man denkt über irgendetwas nach und urplötzlich schmeißt der Kopf folgendes ein: Hey, zu diesem Wort kenne ich ein Lied. Und los! Wie gesagt, oft nicht schön und meistens auch schrecklich nervig und hartnäckig. Im Optimalfall kann man es noch zum Wandern umdichten (Unser heutiger Musikvorschlag: Laufi, laufi, laufi, laufi, ich laufe richtig hart, ich bin ein Laufautomat). Und dann gibt es noch eine letzte gemeine Funktion. Die kommt dann zum Tragen, wenn einer von uns einen urerträglichen Ohrwurm hat und das dem anderen unbedingt mitteilen muss. Sowas ist grundsätzlich und immer ansteckend. Positiv gesehen spart es aber Handyakku. Also immerhin etwas.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10014.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1116" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10014.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10014.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10014-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10014-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Gegen vier Uhr erreichen wir eine Stelle, die perfekt zum Zelten ist. Das Wetter ist weiterhin regnerisch und windig, der Platz aber von drei Seiten von Fels umgeben und damit halbwegs windgeschützt. Wir überlegen hin und her. Eigentlich ist es noch zu früh für den Zeltaufbau und eigentlich fühlen wir uns noch fit genug zum Weitergehen. Andererseits wollten wir es in der ersten Woche ruhig angehen lassen und maximal 15km pro Tag laufen. Das haben wir gestern bereits überschritten, also wäre es doch gut, heute früher aufzuhören&#8230; Die Distanz für morgen wäre dann zwar doch etwas länger, aber nur falls wir fit sind. Dann lieber heute früh Schluss machen. Also wird das Zelt aufgebaut. Natürlich gibt der Regen in dem Moment nochmal alles und es schüttet wie aus Eimern. Hätten wir mal nicht so lang überlegt. Um die Wartezeit bis zum Abendessen zu überbrücken, kochen wir erstmal eine Suppe. Mein Magen findet Maggi zwar normalerweise nicht so toll (womit er natürlich absolut Recht hat), aber unterwegs muss es manchmal halt schnell und einfach sein. Leider zeigt sich mein Magen da nicht so kompromissbereit und jagt mich nach der Suppe zeitnah aus dem Zelt. Immerhin regnet es nicht mehr. Das richtige Abendessen gibt es erst gegen halb 9. Heute ist der Zeitplan durcheinander. Das Nudelgericht will mir auch noch nicht so richtig schmecken und deshalb hat Stefan heute besonderes Glück und kriegt zusätzlich zu seiner Portion noch die Reste meiner. Falls ich morgen aufgrund des Kalorienmangels nicht voran komme, erwarte ich, dass Stefan mich trägt. Er muss durch den Bonus schließlich fit sein. 😀 Der Abend endet später als bisher. Ich möchte ein neues Buch anfangen, kann mich aber nicht auf Oscar Wilde konzentrieren und verlasse mich stattdessen auf meine treuen Freunde Justus, Peter und Bob. Sorry Oscar, aber wir hören uns ganz bestimmt morgen.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Tag 7, Wandertag 5</h3>
<p style="text-align: justify;">In der Nacht hat es häufiger geregnet. Das ließen die Wolken am Abend schon erahnen. Ohne Wind war es viel wärmer als erwartet. Da konnten wir nachts wieder ein bisschen aus den Schlafsäcken raus gucken. Der Ausblick ist begrenzt. Es hängt viel Nebel in den Bergen um uns rum.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10003.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1127" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10003.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10003.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10003-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10003-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Immer mal wieder tröpfelt es von oben. Wir haben noch nicht so ganz viel Lust aufs Zusammenpacken und sitzen noch im Zelt rum. Zum Frühstück gibt es heute Couscous mit gefriergetrockneten Beeren. Super lecker! Die Obst-Varianten schmecken mir eindeutig am besten. Alle guten und weniger guten Gerichte notieren wir uns für nächstes Jahr, damit dann wirklich alles so gut wie eben möglich schmeckt. Bisher essen wir eher wenig und sowieso viel weniger als zu Hause. Auch verrückt. Aber das wird sich innerhalb der nächsten Woche wohl allmählich ändern. Ein Gewichtsverlust ist allerdings einkalkuliert und durchaus erwünscht. Zum Start der heutigen Wanderung ziehen wir direkt Regenjacke und -hose an. Erst liegt noch ein leichter Nieselregen in der Luft, wahrscheinlich vom Nebel.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10019.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-1111 size-full" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10019.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10019.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10019-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10019-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Der Regen endet aber bald und uns wird ganz schön warm. Mit zunehmender Sicht wandern wir weiter. Bald müssen wir die Regenjacken aber ausziehen. Eindeutig zu warm. Ich packe auch direkt die Regenhose weg. Stefan muss seine noch anbehalten, da er nur die lange Merinohose drunter hat. An einem Fluss angekommen, entdecken wir keinen Weg rüber, ohne nasse Schuhe zu bekommen. Da wechseln wir lieber. Sicher ist sicher. Im Gegensatz zu gestern ist der Fluss eiskalt.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10009.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1121" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10009.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10009.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10009-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10009-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Aber dafür beschließt das Wetter, dass nun doch wieder Zeit für Sommer ist. Die Wolken reißen auf, der Himmel strahlt blau und die Sonne wärmt unsere eisigen Füße. Da legen wir mal direkt eine größere Pause ein, auch wenn wir noch nicht allzu weit gelaufen sind. Sonne, Wind und Wasser? Zeit zum Waschen! Erst die Haare, dann ein bisschen Unterwäsche. Dann geht es weiter. Direkt über ein Schneefeld. Wenn wir auch nur eine Ahnung davon hätten, wie viele Schneefelder heute noch auf uns warten, hätten wir die Strecke vermutlich eher auf mehrere Tage aufgeteilt. So freuen wir uns aber einfach über das Wetter und das Laufen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10013.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1117" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10013.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10013.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10013-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10013-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die Mücken von gestern haben die Nacht genutzt und ihren kleinen Kollegen Bescheid gegeben, dass wir kommen. In dicken Schwärmen fliegen sie aus kleinen Sträuchern, Pfützen oder Ähnlichem und belagern uns und unsere Rucksäcke. Miteinander reden ist da nicht mehr. Man sollte den Mund auf jeden Fall geschlossen halten, außer man hat akuten Proteinmangel. Für uns heißt das, dass wir eine schöne Schicht Deet auftragen, diesmal auch auf die Haut. Heute verwandeln wir uns wohl in ein Wander-Schnitzel. Zur Sonnencreme gibt man ein Mückenmittel der Wahl und damit bleibt der Dreck dann als ultimative Panade besonders gut haften. Die Landschaft ist und bleibt ein Traum. Wir können uns gar nicht satt sehen. Der See, an dem wir entlang gehen, hat immer wieder kleinere und größere Eisschollen. Ständig müssen wir stehen bleiben, damit Stefan ein Foto nach dem anderem machen kann. Heute sehen wir einige andere Wanderer. Wir verständigen uns auf Englisch, was bisher überall gut klappt. Unsere Norwegischkenntnisse lassen leider noch zu wünschen übrig, obwohl ein paar Grundlagen schon sitzen. Für mehr muss die Sprache dann aber gewechselt werden. So oder so, die Gespräche haben alle den gleichen Inhalt.</p>
<p style="text-align: justify;">Alle wollen entweder zur Trolltunga hin oder kommen von dort. Es ist einfach DIE Attraktion der Gegend.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10032.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1097" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10032.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10032.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10032-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10032-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Vor dem nächsten größeren Anstieg machen wir eine Pause und beobachten, wie der nächste Fluss zu queren ist. Hmm, das sieht nicht ganz eindeutig aus. Es scheint einen kleinen Übergang zu geben, aber nur wenige nehmen den. Warum? Und was ist die Alternative? Nach einer kleinen Stärkung gehen wir los und sehen uns die Situation vor Ort an. Der Fluss entwickelt sich durch einen Felsspalt zu einer reißenden Strömung, die wenige Meter weiter unter einer Schneedecke verschwindet und dann deutlich tiefer in dem See endet. Theoretisch könnte man hier einfach drüber springen. Der Abstand ist machbar und das Risiko theoretisch nicht allzu groß. Wie häufig überspringen wir schließlich Bäche oder irgendwelche Felsspalten? Aber dann riskiert man im schlimmsten Fall halt nur einen nassen Fuß oder ein paar blaue Flecken. Hier sieht das anders aus. Der Kopf malt das eine oder andere wilde Szenario und so beschließen wir, doch lieber einen anderen Weg zu suchen. Ein anderes Paar hat kurz zuvor das gleiche Problem gehabt und ist stattdessen über die Schneebrücke gegangen. Das finden wir als Alternative auch nicht so ganz grandios, aber sie ist tatsächlich noch sehr dick und dürfte noch ein paar Tage halten. Uns hält sie ebenfalls und so geht es weiter.</p>
<p style="text-align: justify;">Die letzte Pause hat Stefan übrigens dazu genutzt, die Merino-Regenhosen Kombi gegen eine kurze Sporthose zu tauschen. Ich beneide ihn etwas, bleibe aber bei meiner langen Hose. Unser Sonnencremevorrat neigt sich erstaunlich schnell dem Ende zu und wenn ich jetzt eine kurze Hose tragen würde, wäre sie sofort leer. Das würde unseren Kopf und unsere Arme blöd dastehen lassen (oder eher rot) und so geht es in langer Hose weiter. Da die aber sehr atmungsaktiv und ultra bequem ist, macht das nichts. Hinter dem überquerten Schneefeld erwartet uns &#8211; ein Schneefeld. Und noch eins. Und noch eins. Und&#8230; ach ich höre lieber auf.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10011.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1119" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10011.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10011.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10011-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10011-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Mal ist der Schnee fester, mal weicher. Mal versinken wir etwas, mal rutschen wir mehr, als dass wir laufen. Wir kommen zu einem Berg, an dem es steil hoch geht. Natürlich auf einem Schneefeld. Was auch sonst. Oben angekommen mault mein rechtes Knie, ob das denn wirklich nötig gewesen sei. War es nicht. Es hätte auch einen einfacheren und weniger schneeigen Weg drumherum gegeben, nur konnten wir das von unten nicht erkennen. Naja. Während wir weiter vor uns hin braten, geht es kontinuierlich höher. Die Aussicht ist sagenhaft. Wir haben einen tollen Blick auf die umliegenden Berge. Alle sind zu großen Teilen mit Schnee bedeckt. Zusammen mit dem blauen Himmel und den dazwischen liegenden Seen, die teils noch eisbedeckt sind, gibt das ein wahnsinniges Panorama.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10001.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1129" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10001.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10001.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10001-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10001-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt nur ein Problem. Nicht nur die Berge um uns rum sind schneebedeckt. Wir kommen gefühlt unglaublich langsam voran und verlieren durch den Schnee immer mal wieder die Wegmarkierung. Das ist aber halb so wild, die Richtung ist deutlich und irgendwann kommen wir schon wieder auf eine Spur. Bei dem Nebel von heute Morgen wollen wir hier oben aber wirklich nicht unterwegs sein. Irgendwann erkennen wir den Weg wieder. Der liegt allerdings locker 150 Meter von uns entfernt und auch etliche Höhenmeter tiefer. Wir versuchen erst gar nicht, dort hinzukommen und folgen unserer eigenen parallel verlaufenden Route. Am übernächsten Berg sind wir dann wieder &#8222;richtig&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">Allmählich fühlen wir uns schon ganz schön platt. Aber eigentlich wollen wir doch heute bis zur Trolltunga kommen&#8230; das Wetter wäre so perfekt. Allerdings müssen wir einsehen, dass der Plan bei den anstrengenden Wegverhältnissen vielleicht etwas ambitioniert ist. Plötzlich entfährt Stefan beim Blick auf die Karte ein &#8222;Ach du scheiße&#8220;. Oh nein, sind wir falsch gelaufen? Oder tatsächlich so unendlich langsam, dass wir heute garantiert nicht ankommen? Beides ist es nicht. Nur der weitere Routenverlauf für die nächsten Tage stellt sich gerade anders dar, als erwartet. Von der Trolltunga aus wollen wir in einem Bogen zurück zur Tyssevassbu und von da aus müssen wir ein kleines Stück doppelt laufen, um auf einen anderen Weg zu kommen. Alles kein Thema. Jetzt sind wir das &#8222;kleine Stück&#8220; aber gerade gelaufen und haben wirklich überhaupt gar keine Lust, das nochmal machen zu müssen. Stefan schimpft wie verrückt und äußert unter anderem, dass er lieber mit dem Bus irgendwo hinfahren würde, als diesen schönen Weg (nein, er hat nicht schön gesagt) nochmal zu gehen. Wir vertragen unsere Entscheidung zunächst auf den nächsten Tag, wenn wir uns in Ruhe alle verfügbaren Karten ansehen können. Allerdings hat uns die Info schlagartig das letzte bisschen Energie geraubt. Aber es hilft ja nichts. Vom Hinsetzen und Jammern wird es nicht besser. Jetzt erstmal bis zur nächsten Hütte kommen, der Tyssevassbu, und dann sehen wir weiter.</p>
<p style="text-align: justify;">Etwa einen Kilometer vor der Hütte versuchen wir, irgendwo einen Zeltplatz zu finden. Doch die Optionen sind unbrauchbar. Direkt an der Hütte zelten wollen wir auch nicht. Also gehen wir noch ein bisschen weiter. Ich schreibe zwar &#8222;ein bisschen&#8220;, aber uns beiden ist klar, dass wir ab diesem Moment definitiv bis zur Trolltunga laufen werden. Das sind noch gute 7km. An sich nicht viel, aber die bisherigen 15km hatten es in sich und es nicht ist zu erwarten, dass der Weg viel besser wird. Der Körper will eigentlich nicht mehr. Nur der Kopf ist stur. Spätestens ab jetzt schalten wir in den Automatikmodus und laufen einfach nur noch. Und siehe da, erstmal kein Schnee und gut begehbare Wege. Das freut uns so sehr, dass wir nicht auf den Weg achten und plötzlich auf der falschen Flussseite unterwegs sind. Also wieder ein Stück zurück und schnell furten. Das sieht auch mit Wanderschuhen machbar aus, sagt Stefan und läuft voran. Das sieht nach einem ganz schön großen Schritt für meine deutlich kürzeren Beine aus, denke ich. Und gehe natürlich trotzdem hinterher. Die Hitze ist groß und die Füße sehr warm, also gönne ich meinem linken Fuß eine kleine (zum Glück nur kleine!) Abkühlung und dann geht es auf der richtigen Seite weiter. Eher früher als später kommt der Schnee wieder in Sicht- und Trittweite. Mit stoischer Entschlossenheit gehen wir über jedes einzelne Feld. Doch plötzlich sehen wir zwar Schnee, hören aber ein richtig lautes Rauschen. Ohje, das ist nicht gut. Unterspülte Schneebrücken sind echt das Letzte. Vor allem, wenn man überhaupt nicht abschätzen kann, wie viel Schnee noch vorhanden ist.<br />
Wir suchen nach Alternativen, finden aber keine. Und reden uns ein, dass der Schnee auch uns wohl noch halten wird. Richtig vertrauenserweckend ist die Situation dennoch nicht. In rasantem Tempo spurten wir über das Schneefeld. Es ist immer noch der offizielle Weg und höchst wahrscheinlich wäre der Fluss an dieser Stelle daher sehr leicht zu passieren, aber mit Schnee ist das weder erkennbar noch einschätzbar. Die gleiche Situation erleben wir auf den nächsten Kilometern noch ein paar Mal. Nie ist uns wohl dabei, aber die Wassermassen sind auch zum Furten zu groß und die Strömungen zu stark. Kein Wunder, ist es doch inzwischen schon Abend.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10015.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10015.jpg" alt="" width="1000" height="667" /></a>Ich rede mir kontinuierlich ein, dass es nun nicht mehr weit sein kann. Bei den ständigen Schneefeldern trügt das gefühlte Vorankommen aber oft. Ich könnte Stefan fragen, wie weit es wirklich noch ist, habe jedoch Angst vor der Antwort und gehe einfach weiter. Um wach zu bleiben gibt es praktischerweise nochmal eine Furt. Ringsherum tosen riesige Wasserfälle.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10022.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1108" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10022.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10022.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10022-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10022-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die Natur zeigt sich von ihrer gewaltigsten Seite. Selbst die kleine Furt hat eine starke Strömung und ist vor allem eisig.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10026.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1104" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10026.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10026.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10026-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10026-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">So richtig wach werden wir trotzdem nicht mehr. Langsam geht es bergab. Da! Ich sehe etwas Rotes zwischen den Bergen weiter unten. Das kann nur ein Zelt sein. Und wo ein Zelt steht, muss das Ziel greifbar sein. Dass wir auf den letzten Metern nicht auf allen Vieren kriechen, ist pure Selbstbeherrschung. Und dann sehen wir unseren Zeltplatz. Unten am See liegen drei völlig ebene, grasgrüne Halbinseln und die letzte wird unser Platz. Im intensiven Licht der Abendsonne, die alles mit einem goldenen Schimmer überzieht, sieht es aus wie gemalt. Wir finden es surreal schön. Während Stefan das Zelt aufbaut, erhitze ich Wasser und kippe es in die heutigen Mahlzeiten. Dann schmeißen wir schnell alles ins Zelt und essen. Wir ähneln heute eher zwei Schaufelbaggern. Schön ist das wahrscheinlich nicht anzusehen, aber wir haben einen Bärenhunger. Selbst die Mücken, die uns gierig umschwirren, sind uns egal. Inzwischen ist es nach 21 Uhr. Wir sind erst um 20.30 Uhr nach 22km und 631hm angekommen. Eigentlich halb so wild, wäre der Weg nicht so verschneit gewesen. Was für ein langer Tag. Und er ist noch nicht zu Ende. Bevor die Sonne hinter den Bergen verschwindet, machen wir uns auf zur Trolltunga. Das sind nochmal etwas mehr als 1km pro Strecke, aber trotz des langen Tages schaffen wir die ganz gut. Ohne Rucksack läuft es sich doch leichter. Vorher hatten wir die romantisch verklärte Vorstellung, so spät Abends allein vor Ort zu sein &#8211; schließlich müssen Tagestouristen insgesamt 28km hin und zurück laufen. Das Alleinsein hat in Island am Dettifoss schließlich auch geklappt. Aber hier ist das anders. Das war schon klar, als wir einige Zelte sehen konnten und vor Ort laufen dann tatsächlich noch ungefähr 30 Leute herum. Auch weiter hinter der Trolltunga stehen noch etliche Zelte. Ganz schön was los hier! Und natürlich wollen auch wir die klassischen Fotos haben.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10023.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1107" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10023.jpg" alt="" width="667" height="1000" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10023.jpg 667w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10023-200x300.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 667px) 100vw, 667px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Toll sehen sie schließlich aus. Aber wir wollen auch ehrlich sein: mit der richtigen Perspektive sieht es eindrucksvoll und unheimlich spektakulär aus, auf diesem Felsen zu stehen oder gar an der Felskante zu sitzen. Die Realität sieht aber ganz anders aus und ist ziemlich ernüchternd. Natürlich ist die Trolltunga irre hoch, befindet sich aber überhaupt nicht über einem &#8222;endlosen&#8220; Gewässer, sondern nur über Gestein und Bäumen. Der Blick runter ist also nicht aufregend. Die Ecken drumherum und der Preikestolen laden stattdessen zu schöneren Ausblicken ein.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10007.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1123" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10007.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10007.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10007-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10007-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Um auf die Trolltunga zu kommen, muss man ein paar Meter absteigen. Als Unterstützung helfen dabei ein paar Eisengriffe, die in den Fels eingelassen sind. Wir schmunzeln ein bisschen über die Coronahinweise, doch bitte nach jeder Person die Griffe zu desinfizieren und bloß nicht die Kamera von anderen Leuten in die Hand zu nehmen. Jetzt gibt es keine Desinfektion mehr und Kameras und Handy werden sowieso fröhlich weitergegeben, aber wir fragen uns ohnehin, ob diese Regeln wohl jemals konsequent eingehalten wurden. Gegen halb 12 liegen wir schlussendlich im Zelt. Wir sind so müde, dass wir nicht einschlafen können. Ach übrigens, als Tourimagnet gibt es an der Trolltunga selbstverständlich bestes Netz für Telefon und Internet. Für uns ist das ganz praktisch, um den Reisebericht zu veröffentlichen. Wir haben nämlich während der Wanderung beschlossen, den nächsten Tag als Ruhetag zu nutzen und uns das Tourispektakel an der Trolltunga anzusehen. Tagsüber darf man nämlich mit 2h+ an Wartezeit für sein aufregendes und einzigartiges Foto oder Drohenvideo rechnen. Wir Menschen sind schon echt verrückt.</p>
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<p><a href="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10004.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1126" src="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10004.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10004.jpg 1000w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10004-300x200.jpg 300w, https://1zelt4beine.de/wp-content/uploads/2022/07/hdv-10004-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
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